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No Place Like Home
Von Claudia Reinhardt

Hardcover, Farbige Abbildungen
18,00 € (36,00 SFr) 
 
ISBN : 3-935843-62-3
Bild 1 Bild 2 Pressestimmen
Textprobe : No Place Like Home
Claudia Reinhardt zeigt mit ihren Fotos und ihrem Text das Irritierende, das sich hinter der provinziellen Idylle versteckt. "Mit Tante Evel ging ich häufig auf den Friedhof. Sie hatte jeden Tag dort zu tun. Sie war eine ledige Frau (geschieden, was wir aber nie wissen durften; sie war eine strenge katholische Frau). Ihr Mann, so erzählte sie uns, sei im Krieg gefallen. Er sei ein schöner Mann gewesen mit einem Mückenbart, wie Adolf Hitler. Sie blieb kinderlos und zog bei uns ein, als meine Schwester Annette geboren wurde. Drei Jahre später kam ich zur Welt." "No place like home" ist ein packendes Text-Bild-Buch, das über Heimat redet, über die Kleinstädte und das schwierige Aufwachsen dort.

 
Pressestimmen :
Eine sehr gelungene Auseinandersetzung mit der ureigenen Provinzialität in uns allen.
Daniel Beskos / literatukritik.de

In den Siebzigern hat die Fotografin in der deutschen Kleinstadt Viernheim in Südhessen gelebt. Das war ihre Heimat. Das wird sie auch immer bleiben. Auch wenn sie sich in anderen Städten zuhause fühlt. In Bergen etwa, wo sie an der Kunstuni lehrt. Dort hat sie sich mit dem Heimatbegriff und ihrer Identität auseinandergesetzt. Im Zuge dessen hat sie Fotos in Viernheim gemacht. Sie hat Orte fotografiert, die in ihrer Kindheit eine wichtige Bedeutung hatten. Harmlose Bilder von harmlosen Zimmern, Häusern, Straßen. Die Bilder, die hier für den Begriff "Heimat" herhalten, sind keineswegs idyllisch, sondern wirken mitunter ganz schnell beklemmend, fast schon beängstigend. Das liegt nicht zuletzt daran, dass kaum Menschen auf diesen Fotos abgebildet sind. Dass es sich also um leblose Plätze handelt. Die Menschenleere war Absicht. Denn die Menschen, die jetzt dort leben, stellen nicht mehr das dar, was sie für das Kind Claudia Reinhardt dargestellt haben. Die Häuser, Straßen, Plätze, Schulen, Läden stecken nur einen "geographischen Rahmen" ab. Das, was für sie "Heimat" mit ausmacht, sind die Leute, die in diesem Rahmen agieren. Familie, Freunde, Mitschüler, Nachbarn, der Bäcker, der Metzger, der Postbeamte. Weil all diese Leute in ihren Fotos nicht vorkommen, hat Claudia Reinhardt einen intimen, fast schon subtilen Text darüber geschrieben. Nachzulesen in ihrem Buch "No Place like Home".
Zita Bereuter / FM 4

Die Autorin und Fotografin begreift Heimat nicht rein geographisch, für sie spielen die psychologischen Kräfte der BewohnerInnen, die Familie, Nachbarn, FreundInnen und Verwandte eine entscheidende Rolle. Claudia Reinhardt betont die Subjektivität und Singularität ihrer Geschichte. Nach fast 25 Jahren ist dies nicht mehr der Ort, an dem sie sich zuhause fühlt. Doch hier beginnt ihre Geschichte, eine Heimat, die zu ihrer Vergangenheit gehört.
aviva-berlin