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Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski
Von Georg Weerth
Roman
228 Seiten, Hardcover
14,99 € (27,00 SFr) 
 
ISBN : 3-935843-65-8
Textprobe : Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski
"Gewiss! Vater Homer, der weißbärtige griechische Barde, würde nicht den edlen Odysseus, nein, er würde den edlen Ritter Schnapphahnski besungen haben, wenn Vater Homer nicht zufällig in einer Zeit gelebt hätte, wo man weder Klavier spielte noch Manila-Zigarren rauchte, wo man weder an Berlin noch an Don Carlos dachte. Homer ist tot. Ich lebe. Das Letztere freut mich am meisten. Was Homer nicht tun konnte: ich tue es. Homer besang den Odysseus - ich verherrliche den Ritter Schnapphahnski." Mit diesen Worten beginnt der stürmische Roman Georg Weerths, der "der Gegenwart zur Lust, der Nachwelt zu unauslöschlichem Gelächter" gegeben wurde, und der sich über den Adel, seine Gespreiztheit und seine Überkommenheit lustig macht.
Georg Weerth selbst ist ein weithin unbekannter Dichter, obwohl sein Gedicht "Das Hungerlied" in Schulbüchern steht. Dabei war Weerth Zeit seines kurzen Lebens (1822 - 1856) durchaus einflussreich. Er traf den verehrten Heine in Paris und arbeitete gemeinsam mit Marx und Engels an der "Neuen Rheinischen Zeitung", in deren Feuilleton auch der Roman zum ersten Mal erschien. Für diesen Roman musste Weerth drei Monate ins Gefängnis, er habe, hieß es, eine reale Person verunglimpft, die daraufhin ermordet worden sei.
Nils Folckers beschreibt in seinem Nachwort die Absurdität dieser Klage, vor allem aber gibt er Antwort darauf, warum dieser Dichter, den Engels "den ersten und bedeutendsten Dichter des deutschen Proletariats" nannte, in Westdeutschland ignoriert wurde, und warum er auch im heutigen Deutschland kein anerkannter Klassiker werden kann.
 
Pressestimmen :
Georg Weerth gehört mit seinen etwas außerhalb des klassischen Kanons des 19. Jahrhunderts liegenden Texten eher zu den Randfiguren der Literaturgeschichte. Am bekanntesten ist sein Gedicht "Hungerlied", das es sogar bis in die Lesebücher geschafft hat. Dennoch: den Autor Georg Weerth kennt man kaum - außer, wie es Nils Folckers im Nachwort zum "Schnapphahnski" formuliert, "aus marxistischen Lesezirkeln, germanistischen Seminaren oder [...] aus Detmold." Trotzdem gibt es bei Weerth einiges zu entdecken. Und es sind sogar literarische Perlen, die man bei ihm finden kann: Es ist eine mit dem Florett geführte Sprache, die Humor und Brillanz offenbart, sodass sie an mancher Stelle ihresgleichen sucht.
Thomas Neumann/literaturkritik.de

Am 8. August 1848 startete die »Neue Rheinische Zeitung« den Fortsetzungsabdruck seines umfangreichsten Werks, des Romans über einen weithin bekannten Reaktionär, den Fürsten Lichnowski, der als Schnapphahnski schon von Heine aufgespießt wurde. Weerth ist gleich beim Namen geblieben. Spottlustig, bissig und mit grimmigem Humor hat er den Abgeordneten der Nationalversammlung in seinem Roman über Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski dem Gelächter der Zeitgenossen (und der Nachwelt) überlassen. Die Sache hatte ein Nachspiel. Als Lichnowski im September 1849 ermordet wurde, geriet die Redaktion unter heftigen Beschuss. Georg Weerth wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, die er von Ende Februar bis Ende Mai 1850 in Köln verbüßte.
Klaus Bellin / Neues Deutschland