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Krankhafte Lichtung
Von Elfriede Czurda
Erzählungen
112 Seiten
13,00 € (26,00 SFr) 
 
ISBN : 978-3-935843-96-6
Textprobe : Krankhafte Lichtung
»Sie will hochfahren schreien eine Stimme existiert nicht ihre Stimmritze öffnet sich nicht richtig eine Art Grunzen entfährt ihrer Kehle. Sie schämt sich versucht noch einmal einen Laut hervorzubringen grunzt.« Die drei Erzählungen von Elfriede Czurda zeigen ihre Protagonistinnen zwischen Wahn, Agonie, Traum und lichten Momenten. Die Sprache stellt sie, statt die »unangemessene« Verstörung zu decken, in einer Überbelichtung zur Schau. Es bleibt unklar, ob in »Die lecke Rede« Hannah oder ihr Mann Hakn, als dessen kategorische Projektion sie im Text erscheint, das umfassendere Wahn- und Projektionssystem zur Verfügung hat. Hakns allzu mächtigem imaginären Redefluss widersetzt sich Hannah, indem sie all die verschluckten »e« in einem großen Kotzen wieder erbricht (Gruß an George Perec). »Der Komparative Startschuss«: die extrem ungleichen Ausgangsbedingungen all ihrer ungleichen imaginativen Doppelgängerinnen zeigt Anna Na in einer trübseligen und trivialen Umwelt, die sie ins Wort zu setzen sich abmüht. Aber noch den Vornamen entzieht ihr die »Fabelhafte Anna«, um die sich alle reißen. Den Ausgleich zu der Härte eines kompetitiven Alltags scheint nur das zu bieten, was von den Verwöhnteren gemeinhin als Sozialneid abqualifiziert wird. Im angestrengten Kampf um die Wiedererlangung von Bewusstsein und Kontrolle nach schweren Verbrennungen geraten schließlich Hannah in »Weisser Geruch« immer noch »alle Brände der Welt« in ihren persönlichen Verantwortungsbereich.
 
Pressestimmen :
Zusammen mit vielen anderen ihrer, aber auch der nachfolgenden Schriftstellergeneration entwickelt Elfriede Czurda in ihrem gattungsübergreifenden, aber auch die Kunstdisziplinen verbindenden Werk die Erkenntnis der Moderne weiter, dass in der Literatur die Sprache selbst erforscht werden kann und muss, um zu erfassen, was die Welt im Innersten zusammenhält - oder im Innersten zerstört. ... Im Widerspruch zu den Parolen für eine leicht verdauliche Freizeit-Lesekost, die auch in Feuilletons, institutionellen Schriftstellerschmieden und Preisjurys ertönen, lassen sich Czurdas Texte durchaus verdauen - vorausgesetzt, man hat weder das Kauen verlernt noch den Hunger verloren.
Dorothea Dieckmann / Deutschlandfunk

Das kleine orange Bändchen mit seinen gerade mal 110 enorm dichten Seiten zählt sicherlich zu den wichtigsten Prosa-Neuerscheinungen der letzten Zeit.
Florian Neuner / literaturhaus.at

Elfriede Czurda nimmt eine neue Perspektive ein und macht es dem Leser damit nicht eben leicht. Dafür aber kann er mit solchen Texten neu sehen lernen.
Tina Manske / Titel-Magazin

Verwildert wächst die Sprache der Lyrikerin und Autorin Elfriede Czurda: Die Orthografie wird gesprengt, Vokale ausgelassen, Buchstaben verdichten sich zu einer Lawine aus Wortgeröll. In drei Erzählungen schildert die Autorin mit eigenwilliger Sprache Gefühle zwischen Wahn, Verfall, Traum und lichten Momenten.
Carola Wiemers / Deutschlandradio Kultur

Elfriede Czurda ist die Chirurgin unter den Dichterinnen. So präzis ihre Sprach-Schnitte ins faule Fleisch der Wirklichkeit schneiden, so schmerzhaft eben auch, und dann doch wiederum: die Narben, die dabei entstehen, sind schön. Hier wird nicht Trash geliefert, sondern exakt vermessen und nach Ausdruck gesucht. Dabei scheut Czurda nicht davor, naiver Kunst den Garaus zu machen, sie reflektiert.
Walter Grond/readme.cc