Geschichten, die keine Geschichten erzählen. Das kann schließlich jeder. Hier gehts um die Welt durch die 2D-Brille, den Groove in Zeitlupe und das Fell im Kaffee. Man muß sich nur trauen hinzugehen. Erst kommt das Staunen, dann das Verstehen und am Ende ist alles blanke Begeisterung.
Corinna Fuchs / junge Welt
Der "Tigerboy" ist ein manchmal ziemlich exhibitionistisches Tagebuch in Bildern. Comics nennt er sein gezeichnetes, privates Fotoalbum nicht, "lieber Bildergeschichten", die er mit englischen und deutschen Texten versieht. Die schwarzweißen Hefte folgen einem einfachen Muster: "Alle Geschichten, die ich zeige, sind mir selbst widerfahren. Ich muss mir da gar nichts ausdenken." Die Einzelbilder setzt er am Computer zusammen und ganz zum Schluss überlegt er sich den Text dazu. Der Leser erfährt über seinen ersten Krankenhausaufenthalt im Alter von fünf Jahren, erlebt den Zeichner auf einer Reise durch Kanada und durchleidet mit ihm die Trennung von seiner Freundin. So individuell Grajewskis Erlebnisse sind, findet sich der Betrachter in den Geschichten oft genug selber wieder. Und dann streut er ab und an Prominenz ein. So treffen sich der Sciencefiction-Held Captain Future und der 70er-Jahre-Zeichentrick-Löwe Kimba auf dem Weg ins Sonnenstudio. An der Kasse arbeitet Sängerin Mariah Carry.
Martin Schlögl / Berliner Zeitung
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