Leonhard Loreks Gedichte und poetische Prosatexte zeichnet eine "klare, knappe Sprache" (Berliner Zeitung) aus, die den Leserinnen und Lesern mitunter den Boden unter den Füßen wegreißt. Lorek kann ganz ohne Wortgeklingel die Weltwahrnehmung erschüttern. Und treffen: "Gedichte sind ein brauchbares Mittel, jedwedem Seelenelend beizukommen. Sie helfen einem, sich selbst zu ertappen, Unausweichlichem den Status der Konsequenz zuzugestehen, sich zu verhalten. Gute Gedichte sind wie gute Therapeutinnen, Analytiker; was sie von diesen unterscheidet, ist zweierlei: Zum einen tritt ihr Unterhaltungsfaktor anders in Kraft und zum anderen sind sie unbezahlbar."
"Es ist an der Zeit für Lorek" sagt auch Johannes Jansen! |
Mit viel Einfallsreichtum wird hier ein poetisches Sprechen mit pamphletartigen Ausbrüchen verwoben, wie es in jüngerer Zeit nur noch von Elke Erb erlebbar gemacht worden ist. Denken und Fühlen überschichten sich auf anregende Weise, und die vermeintlich einfach Ausarbeitung macht die zugrunde liegenden komplexen Strukturen erst sichtbar.
Lars Reyer / Kreuzer
Der Verbrecherverlag konzentriert sich bisweilen auf ein seltsames Geschäftsmodell: die Entdeckung bekannter AutorInnen. Leonhard Lorek gehört zur Wie-erst-jetzt-Kategorie.
taz
Und dabei ist noch nicht einmal raus, ob es je eine günstige Zeit für Gedichte gegeben hat, nach Lorek für Lorek geben wird. … So viel wie ich weiß, hat Fontane erst mit viel mehr Jahren auf dem Buckel angefangen. Aber wer ist Fontane, bitteschön.
Peter Wawerzinek / artdisc
Ein spätes Debüt, dessen Texte zum Großteil im Ostberlin der 1980er Jahre entstanden sind. Die Gedichte nehmen den meisten Platz ein. Weder alltagsspezifisch noch auf den Zeitgeist ihrer Jahre fixiert, wirken sie nicht in ihrer Entstehungszeit verhaftet. Die Lebensumstände in der DDR werden nicht beispielhaft-situativ thematisiert. Stattdessen gleicht Loreks bildhafte, lesenswerte Lyrik einer reflexiven, poetischen Standortbestimmung, die den fragilen Formen des Daseins nachspürt.
Lutz Steinbrück / Die Berliner Literaturkritik
Lorek ist durch und durch Poet, seine Gedichte sind durchgearbeitete Gebilde und haben sich ihren angenehm frischen, in keiner Weise aufdringlichen Ton bis heute bewahren können. … Angenehm ist, dass Lorek auf Lyrismen und allzu viel technisches Bumm-Bumm verzichtet und dem Anspruch Rimbauds, man müsse absolut modern sein, nicht in marktschreierischer Variante, sondern mit selbstironischer und humorvoller Attitüde nachgeht.
Tom Pohlmann / Poetenladen |