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Welt und Wissen
Von Jim Avignon
Bilder und Geschichten

14,00 € (28,00 SFr) 
 
ISBN : 3-935843-16-X
 
Dieses Buch zeigt die Welt, was wir von ihr wissen und mehr. Jim Avignons Bilder sind detailgetreu und wahrhaftig. Hierzu steuern seine Freundinnen und Freunde teils besinnliche, teils heitere Texte bei, so dass die Welterfahrung komplett wird. Erfasst werden hier in ihrer Gänze die Beschaffenheiten der Natur- und Geisteswissenschaften. Edel ist dieses Unterfangen und auch hilfreich und gut.
Texte von Marcus Bastel, Fehmi Baumbach, Françoise Cactus, Tom Combo, Verena Sarah Diehl, Dietmar Dath, Christian Gasser, Tobias Hülswitt, Almut Klotz, Kirsten Küppers, Britta Lange, Kolja Mensing, Moritz Metz, Kathrin Passig, Andreas Rüttenauer, Ira Strübel, Florian Thalhofer, Linus Volkmann, David Wagner, Marc Weiser und Hartmut Ziegler.
 
Pressestimmen :
19 Autoren hat Avignon eingeladen, ihr Wissen weiterzugeben: die seit Jahren in den Bereichen Popmusik und Literatur wunderbare Françoise Cactus schreibt über "Literatur" (genauer gesagt nur über ihr Lieblingsbuch, Flauberts "Madame Bovary"), Dietmar Dath über "Physik", der Elektronik-Produzent Marc Weiser über "Musik" (genauer gesagt ist jede Zeile ein so komisches wie informiertes, von einem Meister geworfenes Sprachmesser gegen die Auswüchse der DJ-Kultur), Almut Klotz von den Lassie Singers über "Religion". Jim Avignon selbst hat zu jedem Beitrag etwa drei Seiten Comics beigesteuert, Schaubilder, Einzelbilder, kurze Geschichten. Das sieht auf den ersten Blick nur witzig aus, tatsächlich aber ist es, wie die Beiträge, ebenso sehr die seriöse Vermittlung von Wissen, die allerdings nicht seriös ist im Sinn der Universitäten, weil sie eben auch das Wissen der Straßen (und Clubs) berücksichtigt. Zum Beitrag "Architektur" hat er beispielsweise das Schaubild "Die Feinde der Architektur" gemalt, mit Symbolen für Krieg, Zeit, Unwetter, Sturm, Schwerkraft, und ergänzt um "Die Feinde der Bauindustrie" (Pfusch, schlechter Geschmack, Korruption). Was für eine schöne Art, Wissen zu vermitteln und zu vergrößern, und zugleich denen, die das Wort Pisa-Studie permanent im Munde führen, um jungen Leuten die Freude am Leben zu vermiesen, klar zu machen, dass das eigentliche Problem woanders liegt.
Franz Dobler / Süddeutsche Zeitung

Ein gelungener Versuch, das Welt-Wissen mal ganz anders anzupacken - intelligent, schrill und ganz und gar nicht erdenschwer.
Bettina Langenfeld / stern.de

Dass auch enzyklopädisches und kanonisiertes Wissen subjektiv bzw. durch Standpunkt-Interessen gefärbt ist, ist mittlerweile bestimmt auch schon bei den Studis in der hintersten Reihe von Postmodernismus 101 angekommen. Das ist gut so. Gut ist auch, dass der sympathische Berliner Akkord-Zeichner Jim Avignon diese Einsicht in seinem neuesten Buchwerk dergestalt auf die Spitze treibt, dass er seine FreundInnen im Rahmen eines Wissenschaftsatlasses ihre Sicht der Welt in einem Textsorten-Freistil ganz ohne inhaltliche und formale Restriktionen darlegen lässt. Zu klassischen Wissenskomplexen wie Philosophie, Soziologie, Biologie, Literatur und Wirtschaft schreiben bekannte und nicht so bekannte Szene-Darlings wie Françoise Cactus, Dietmar Dath, Almut Klotz und our own Linus Volkmann unterhaltsame, erbauliche, wirre und lehrreiche Episoden subjektiv gefühlter Wissensanreicherung. So führt beispielsweise Monsieur Volkmann King Cobra auf den Ponyhof und damit durch die Höhen und Tiefen der menschlichen und tierischen Natur a.k.a. Biologie, Mme Cactus hingegen erklärt uns schwungvoll, warum nicht nur Flaubert, sondern wir alle Madame Bovary sind. Das Ganze wird im amtlichen Zweispalten-Style mit fett hervorgehobenen key words durchgezogen und ist von Jim mit gewohnt knallig-cartoonigen und gesellschaftskritischen Bildern illustriert.
Sonja Eismann / Intro

Geklaut ist die Idee von einem großen deutschen Taschenbuch-Verlag, dessen Erklärbücher Avignon früher jedes Jahr zu Weihnachten geschenkt bekam - weil seine Mutter nicht wusste, was sie ihrem Sohn sonst schenken sollte. Jetzt hat Jim Avignon der Welt etwas davon zurückgegeben. In Form von Miniaturen, in die man sich zurückziehen kann wie in einen vorgeheizten, weichen Sessel. Weil es so entspannend und beruhigend ist, die Dinge in einfachen Schaubildern erklärt zu bekommen - sogar die, von denen man eigentlich zu wissen glaubte, wie sie funktionieren. "Die Welt ist ein unüberschaubares Gebilde", sagt der Künstler. "Man muss probieren, sie für sich selbst einfacher zu machen." Das klingt harmlos, ist es aber nicht: Auf der vorletzten Doppelseite von "Welt und Wissen" findet man zum Beispiel ein Bild mit dem subversiven Titel "from globalisation to world revolution in 5 steps". Das ist die Avignonsche Methode: Alles, was auf den ersten Blick harmlos aussieht (bunte Bilder, lustige Männchen, Schnörkelschrift, der Künstler selbst), offenbart auf den zweiten Blick einen gewissen Zynismus und auf den dritten eine besonders großartigen Humor.
Esther Kogelboom / Tagesspiegel