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Heilig Blut
Von Gisela Elsner
256 Seiten
Broschiert
14,00 € (0,00 SFr) 
 
ISBN : 978-3-935843-82-9
Textprobe : Heilig Blut
Dieser Roman ist eine Rarität, denn zu Lebzeiten der vor 15 Jahren verstorbenen Gisela Elsner erschien "Heilig Blut" nur in russischer Übersetzung. Dabei war eine Publikation des Romans geplant, doch Auseinandersetzungen zwischen der Autorin und ihrem damaligen Verlag verhinderten letztlich ein Erscheinen des Textes. Diese Ausgabe, die von der Germanistin Christine Künzel nach dem Manuskript letzter Hand herausgegeben wird, ist also eine deutsche Erstveröffentlichung. In "Heilig Blut" nimmt Elsner die national geprägte Jägerkultur aufs Korn. Ältere Herren nehmen den Sohn eines erkrankten Kameraden mit in ihre Jagdhütte, um ihn das Leben zu lehren - eine Geschichte mit tödlichen Folgen. Wie stets nimmt sich Gisela Elsner auch in "Heilig Blut" die Zeit, um deutsche Gemütlichkeit in ihrer ganzen Grauenhaftigkeit zu zeigen.
 
Pressestimmen :
"Heilig Blut" ist ein herrliches Antidot in der gegenwärtigen Papst-Raserei und dem allseitigen Bedürfnis nach einer Rückkehr in eine heile Welt, die es nie gab. Der große Manierist Thomas Bernhard wäre neidisch gewesen auf dieses bösartige kleine Buch.
Willi Winkler / Süddeutsche Zeitung

In "Heilig Blut", dieser Karikatur altdeutscher Enthemmungsrituale, führte Gisela Elsner noch einmal ihr persönliches Pandämonium vor, diesmal mit Fichtennadelaroma. Es gilt, was der Kritiker Günter Blöcker über sie schrieb: "Die eigentümliche Tendenz der Elsnerischen Phantasie, scheinbar Harmloses so zu sehen und interpretierend anzuordnen, dass unversehens Bösartiges, ja Bestialisches daraus hervorschaut, bleibt nach wie vor zu bewundern."
Katrin Hillgruber / Tagesspiegel

Heilig Blut heißt der Ort des Geschehens, aber trotz der bigotten Frömmigkeit der Bewohner herrscht hier keine göttliche Gnade, sondern ein Krieg aller gegen alle. Gisela Elsner lässt für ihre Jagdszenen in Niederbayern buchstäblich die Wölfe los - angeblich sind sie aus einer Forschungseinrichtung entwichen. Und dieser groteske Einfall wird zum Sinnbild einer mörderischen Konkurrenzgesellschaft, in der der Mensch dem Menschen ein Wolf ist.
Holger Schlodder / NDR Kultur