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Im literarischen Ghetto - Kritische Schriften 2
Von Gisela Elsner
384 Seiten
Broschur
16,00 € (29,00 SFr) 
 
ISBN : 978-3-940426-63-5
Textprobe : Im literarischen Ghetto
Zu Lebzeiten von Gisela Elsner erschien eine Vielzahl ihrer kritischen Schriften, doch nur einige wenige waren schließlich in dem 1988 erschienenen Buch »Gefahrensphären«, Elsners einzigem Essayband, versammelt. In diesen beiden Bänden nun sind Gisela Elsners Schriften, ergänzt um zum Teil sehr umfangreiche Nachlasstexte, erstmals in Gänze wahrnehmbar. Im ersten Band der Kritischen Schriften – »Flüche einer Verfluchten« – finden sich ihre politischen Artikel und ihre Schriften zum Kommunismus. Im zweiten – »Im literarischen Ghetto« – finden sich ihre literatur- und kulturkritischen Essays. Ob die Grünen, Kafkas Werke, die DKP oder Frauenmagazine – all diese Themen werden mit der gleichen sprachlichen Schärfe analysiert!
 
Pressestimmen :
Elsner ist gerade wegen ihrer Widersprüchlichkeiten, die sie sprachlich radikal austrägt, eine der herausragenden Autorinnen ihrer Generation. (...) Dass sie eine Ausnahmeerscheinung war, so etwas wie eine ein bisschen zu früh gekommene Jelinek, das machen jedoch auch ihre "Kritischen Schriften" mehr als deutlich.
Helmut Böttiger / Süddeutsche Zeitung


Die politischen und kulturkritischen Essays der Jahre 1970–1990 zeigen zwar eine sich teils an Details abarbeitende Autorin; aber es überwiegt eine Leidenschaft, in der die Sprach- und Ideologiekritik zur fulminanten Kritik an den Verhältnissen wird.
Elsners Analysen diverser Regierungserklärungen sind, auch wenn die Themen der jeweiligen Kanzler sich wandelten, bis heute erhellend, und ihre Untersuchung des Frauenbilds von Magazinen wie Brigitte, Vogue oder Cosmopolitan hat ebenfalls eine traurige Aktualität.
Sabine Peters / Frankfurter Rundschau


Der Berliner Verbrecher Verlag arbeitet nun schon seit fast zehn Jahren an einer Werkausgabe der Romane, Erzählungen und Essays der Schriftstellerin, die am 13.5.92, wenige Tage nach ihrem 55. Geburtstag, den Freitod wählte. Verlag und Herausgeberin Christine Künzel gehen wohlüberlegt vor. Die zwei neuen Bände - ansprechend typographisch gestaltet, durch (Herausgeber-) Texte klug gerahmt, umfassend, aber nicht pedantisch kommentiert - rücken schlagartig die Essays resp. die non-fiktionalen Interventionen in den Mittelpunkt ihres Schaffens. Häufiger wird ihre Sprachmächtigkeit mit der von Thomas Bernhard oder Elfriede Jelinek verglichen. Ganz abwegig ist das nicht. Mit Bernhard teilt sie das Lamentieren, das Kreisen, die weit ausholenden Sätze, aber sie hat nichts Selbstbezügliches. Mit Jelinek teilt sie den Weltekel, den subtilen Zynismus und den Hang zur Hau-drauf-Satire, aber sie ist zupackender, politisch klarer, eindeutiger.
Felix Klopotek / Analyse & Kritik


Die Kritischen Schriften vereinen, was vorher verstreut war, sie korrigieren, was nachlässig lektoriert wurde und präsentieren, was im Verborgenen lag. Auffallend an Elsners Schriften ist deren Formvielfalt: Neben Satiren, Medienanalysen, literarischen Texten und schneidigen Parteitagsreden gibt es auch leise, von persönlicher Erschütterung zeugende Berichte. Am 13. Mai 1992 starb Gisela Elsner durch den Sprung aus dem Fenster einer Klinik. Die Schärfe ihrer Beobachtung jedoch, ihre Radikalität, ihre Arbeit an der Sprache als Kritik einer falschen Wirklichkeit und nicht zuletzt ihr bestechender Humor leben weiter.
Ellen Wesemüller / Der Freitag


Seit einigen Jahren gibt Christine Künzel im Verbrecher Verlag eine Gesamtausgabe Elsners heraus, die editorisch keine Wünsche offen lässt. Während die Romane in ihrer konsequenten Demontierung des deutschen Bürgertums der Nachkriegszeit in erster Linie Beklemmungen auslösen - zu Recht wird Elsner hier immer wieder mit Elfriede Jelinek oder Thomas Bernhard verglichen - , sprühen die in den beiden Bänden der "Kritischen Schriften" versammelten Texte vor Witz und Scharfsinn. (...) Gegen drohende Verdummung ist zum Glück ein Kraut gewachsen: das Werk Gisela Elsners.
Miriam Loy / fiber - werkstoff für feminismus und popkultur