Buffy ist ein Mädchen, das Dämonen mächtig auf die Mütze gibt. Herrschaftliche Strukturen, die in der Real World so schwer zu fassen sind, erhalten ein Gesicht, in das man schlagen kann. Soweit so schön, aber leider nur für den Zuschauer. Denn Buffy selbst kriegt durch ihren »Job« ganz andere Probleme in der Highschool, später im College und im dämonenfreien Teil ihres Alltags. Und zwar solche, die man nicht verprügeln kann. Hier hat die Struktur kein Gesicht mehr. Im Medium des Phantastischen werden so Heteronomie-Erfahrungen auf eine verbindliche Weise thematisiert, wie es vermeintlich authentischen Abbildern und moralischem Bildungsfernsehen nicht möglich ist. In zehn Artikeln streitet das Buch auch darüber, ob sich der kritische Gehalt der Fernsehserie an ihren Kunst- oder aber gerade an ihren Kulturindustriecharakter binden lässt.
Mit Beiträgen von Carmen Dehnert, Dietmar Dath, Heide Lutosch, Jakob Schmidt, Jasper Nicolaisen, Lars Quadfasel und anderen.
|
So viel bisher schon über "Buffy" geschrieben wurde, stellt das Buch doch eine entscheidende Neuerung in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema dar:
Es arbeitet das gesellschaftskritische Potenzial der Sendung wesentlich deutlicher heraus als alle bisherigen Publikationen.
Das zentrale Moment der Aufsatzsammlung ist der ideologiekritische Gehalt der Serie:
Die AutorInnen beschreiben ihn beispielhaft bezogen auf die Repressalien der bürgerlichen Gesellschaft, Sexismus oder auch die Ästhetik der Kulturindustrie.
In seiner Breite wirft der Sammelband einen analytisch scharfen Blick auf die Serie, der es ermöglicht, sie nicht nur als amüsante Feierabendunterhaltung, sondern als avancierte Gesellschaftskritik zu verstehen.
Zoé Sona / taz
"Horror als Alltag" analysiert die komplexen Verknüpfungen sozialkritischer und satirischer Ansätze hinter einem extrem erfolgreichen Produkt der Kulturindustrie.
Die AutorInnen behandeln die Serie nicht einfach als die plakativ-feministische Botschaft vom Mädchen, das nicht beschützt werden muss, sondern sich selbst und andere schützen kann.
Sie verfolgen den Subtext konsequent und reflektiert und bieten damit erwachsenen LeserInnen den Anspruch, den ein raffinierter, hintergründiger Spaß wie "Buffy" verdient.
Britta Meyer / AVIVA
Wie die Autor/-innen in ihren Analysen überzeugend darstellen, muss sich hier eine prekarisierte Superheldin in das Joch des realen Grusels der Alltäglichkeiten zwängen lassen, die schlimmer zu bekämpfen sind als der nächtliche Horror in Vampirgestalt; "Horror als Alltag" eben, wie der Titel dieses hervorragenden Buches doppeldeutig beschreibt.
Martina Sander / Die Märkische - Wochenmagazin der Märkischen Allgemeinen |