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Kleine Beile
Von Kirsten Küppers
Gerichtsreportagen
128 Seiten
13,00 € (24,00 SFr) 
 
ISBN : 3-935843-47-X
Textprobe : Kleine Beile
Vor Gericht entblößen sich die Menschen, willentlich oder unwillentlich. Jener hat Kokain geschmuggelt, diese hat ihren Mann erschlagen, einer hat nur eine Echse geklaut. Bei der Verhandlung jedoch offenbart sich nicht nur der reine Tathergang, sondern auch die Hintergründe und vor allem die soziale Situation, in der sich die Delinquenten befinden. So wird die Gerichtsreportage zum sozialen Bericht, der allerdings ganz ohne Verklärung auskommt.

 
Pressestimmen :
"Kleine Beile" zeigt Menschen vor Gericht, VerbrecherInnen und eine Gesellschaft, die schweigt. Geschrieben für alle, die die wahren Geschichten des Lebens lieben, weil das, was täglich geschieht, abgefahrener und unwahrscheinlicher als Fiktion ist. Und für alle, die sich für die kriminellen Energien ihrer Mitmenschen interessieren, sei es um mehr über die Hintergründe zu erfahren oder dem Phänomen Gewalt auf die Spur zu kommen. Ein besonderes Buch. Nicht immer leicht verdaulich.
aviva-berlin.de

Fall für Fall werden sie von Kirsten Küppers, Reporterin bei der Berliner Tageszeitung taz, vor Augen geführt: Die mutmaßlichen Täter, deren Taten und Untaten unter bestimmten Umständen stattgefunden haben, die Umstände, die vor Gericht verhandelt werden und schließlich jene Umstände, unter denen Schuld und deren Ausmaß verhandelt wird. Mit Bestimmtheit werden in den kurzen, im Band "Kleine Beile" versammelten Gerichtsreportagen lediglich die Umstände skizziert: Die Protagonisten, die vor der nüchtern umrissenen Kulisse handeln, wirken wie Spielfiguren, deren Züge man aufgrund der jeweiligen Positionen, die sie vor, während und nach der Tat bzw. der Gerichtsverhandlung einnehmen, nachvollziehen kann. Der Tathergang wirkt aus der wissenden rekonstruierenden Sicht wie der unabänderliche Lauf der Dinge, der die jeweils bestimmten Umstände als die ihn bestimmenden ausweist. Es ist schwierig, von dieser erlesenen Warte aus Recht zu sprechen: über die Umstände gibt es nichts zu urteilen, sie dienen als Faktum der für die Aufzeichnung der Fälle notwendigen Rekonstruktion des Tathergangs. Zu entscheiden, welcher Part - jener des Täters oder jener des Opfers - welchem Protagonisten zugedacht werden kann, scheint, angesichts der vollendeten Tatsachen, vor die der Leser dieser Gerichtsreportagen gestellt wird, sinnlos.
Eva Schörkhuber / FM 5