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| A single man against bad meal. |
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| TafelMuzak Nº 101 von Jan Schröder | ||
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Wenn der Spruch vom Sein, das das Bewusstsein bestimmt, einen Wahrheitsgehalt hat, dann kann man vom studentischen Bewusstsein wenig erwarten. Gerne wird dieses studentische Sein von Eltern und arbeitenden Freunden romantisiert: Studenten sollen die „schönste Zeit ihres Lebens“ genießen und feiern doch nur oder demonstrieren, was meist, für die außen stehenden Betrachter, keinen großen Unterschied macht. Diese Behauptungen scheitern an der Wirklichkeit, die eigentlich kaum in einem Text wiederzugeben ist, der durch seinen inszenierenden Charakter doch nur verzerrt darstellen kann. Ich will nicht über Studiengebühren, WG-Stress und Prüfungsbelastungen schreiben – mir geht es vielmehr um die studentische Esskultur. Wer einmal mittags, zwischen zwei Veranstaltungen, in der Mensa einer etwas größeren Hochschule gegessen hat, versteht auch, was es mit meinem Eingangssatz vom Sein und Bewusstsein auf sich hat.Es scheint als wäre das Mensaessen mit einem Narkotikum versetzt, was verhindern soll, dass die Studierenden geschmacklich registrieren können, was sie dort ihren Sinnes- und Verdauungsorganen antun. Das sorgt in den folgenden Veranstaltungen dafür, dass von einem studentischen Bewusstsein nicht die Rede sein kann. Jedoch würde ich auch schon zuvor ein bewusstes Sein den Studierenden absprechen, können sie doch schon vor dem Kauen das gekochte, gegarte, gebratene und besonders das frittierte Grauen auf dem Teller sehen. Und wenn der allgemeine Student das Proletariat der Universität ist, dann sind Vegetarier, wenn sie sich nicht ausschließlich von der Salatbar ernähren, das Lumpenproletariat, dem es völlig egal ist, was es isst. Ich könnte mich an dieser Stelle noch viele Zeilen lang über das Mensaessen und dessen Konsumenten auslassen. Ich könnte auch noch hinzufügen, dass die durchschnittliche WG-Küche es meist noch schafft, das Niveau der universitären Sättigungsanstalt zu unterbieten. Ich könnte die ästhetische und geschmackliche Menschenrechtsverletzung aus dem Blickwinkel des existenzialistischen Ekels beschreiben. Doch all dies ist auch eine Selbstkritik: Meist bin ich zu faul, habe zu wenig Geld und auch Zeit, so dass selbst ich mich in den Mastbetrieb verirre, gegenüber dem McDonalds wie ein drei Sterne Restaurant erscheint. Das studentische Sein ist halt von vielen Zwängen geprägt, die das einzelne Subjekt kaum überwinden kann – auch hier sind die Parallelen zum klassischen Proletariat zumindest in der Systematik frappierend. Da ich jedoch die Unrechtsverköstigung erkannt, gleichzeitig meine Hilflosigkeit gegenüber dieser akzeptiert habe, habe ich Strategien entwickelt, die die eigene Existenz und besonders die Vernunft zu retten versuchen. Ganz im Sinne von Adorno versuche ich durch die Musik der Stopfgans-Ideologie zu entfliehen. Zumindest wenn ich alleine essen gehe. Dabei habe ich zuletzt zum Soundtrack des Films „A Single Man“ gegriffen. Ein äußerst schöner Film, wobei betont werden muss, dass das Adjektiv „schön“ sich hier auf die perfekte ästhetische Komposition von Bildern, Motiven und Einstellungen bezieht. In diese Komposition fügt sich der Soundtrack, durch sein emotionales Zusammenspiel von Streichern und Klavier, perfekt ein. Mit diesem Soundtrack fühlte ich mich gewappnet gegen das, was an diesem Tag mit „Balkanröllchen“, im normalen Sprachgebrauch „Cevapcici“, angedroht wurde. Dass etwas nicht so genannt wird, wie es heißt, hängt damit zusammen, dass es eben auch nicht so schmeckt wie es schmecken soll. Also gleiten meine Gedanken mit den Melodien dahin und mir fällt auf, wie ich meine Schritte, aus der Schlange hin zur Kasse, dem Takt der Musik anpasse. Ich besorge mir Messer und Gabel, setze mich auf einen freien Platz und schaue genau in dem Augenblick auf meinen Teller, in dem der musikalische Höhepunkt erreicht wird. Nun will ich doch auf eine existenzialistische Betrachtung zurück kommen. Auf dem Teller erwartete mich ein Zuviel an Existenz, das dafür gemacht war, sich mit meiner Existenz zu vereinigen. Der Ekel ist da. Der Kontrast dieses fast schon metaphysischen Ereignisses durch die Musik auf der einen und der maximalen Existenz auf der anderen Seite ist unerträglich. An diesem Tag entscheide ich mich, dass Hunger infolge einer ausgelassenen Mahlzeit definitiv erträglich ist; extrem schöne Musik zu extrem hässlichen Essen jedoch nicht. In diesem Sinne soll mein Schlusswort ein pragmatisches sein: Der Soundtrack von „A Single Man“ kann im Hintergrund laufen, wenn man für seinen Partner ein wunderbares Sechs-Gänge-Menü gekocht hat, das man auf einem Balkon genießt. Er ist jedoch nur bedingt für den Besuch der Mensa geeignet. |
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| Künstler: V.A. http://www.abelkorzeniowski.com/ |
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| Album: A Single Man (Soundtrack) | ||
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| Label: Relativity Media http://www.relativitymediallc.com/ |
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| Rezept |
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| Zutaten | ||
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| Uni Mensa Köln, Balkanröllchen (Stadt und Essen austauschbar) 30 Minuten Zeit zwischen zwei Seminaren 2,30 Euro 0 Anspruch an das Essen 1 starken Magen |
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| Zubereitung | ||
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| Intuitiv. | ||