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| Das Bierbeben im Minzengrunde |
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| TafelMuzak Nº 088 von Philipp Steglich | ||
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„Also ich kann kein Wölkchen entdecken, sist wohl ernsthaft eitel Sonnenschein droben“, und sprachs doch kritisch mit einer Runzel auf der Stirne: Katharina. Auch Isabella suchte den Himmel ab. Cumulus- und Schäfchenwolken, so ein paar Begriffe fielen ihr wieder ein. Trapperlatein, nomen, omen; die Natur zu bannen. Es war aber auch zu sehr das Ende der Welt, worin sie sich befanden. Eine hölzerne Wanderhütte, am Grunde eines Tales, durch das sich ein Fluss schlängelte. Kalt, schwarz und eisig schnell führte die Ach ihr Wasser durchs Gefälle. Und dabei sprachen sie den Namen des Rinnsales nicht wie einen doch irgendwie menschlichen Seufzer aus, sondern ließ ihn im Ausklang in ihren Kehlen einfach ersterben. „Manchmal habe ich das Gefühl, wir hier im Schatten der Felswände, drunten in der Talsohle, leben im Schattenreich. Und die unselige Ach ist unser Styx - jedoch nicht schiffbar.“ „Demnach,“ erwiderte Isabella, „gleichen wir Nymphen. Aber wenn Orpheus nicht kommt, nach uns zu schauen, dann nehmen wir einfach Anlauf - und springen mit einem Mordskaracho über diesen Strom. Mit meinen beiden roten Gummistiefeln lande ich allenfalls in der matschigen Uferböschung gegenüber.“ Aber ergab das einen Unterschied: hüben oder drüben? Die Ach war nicht etwa die Grenze, sie war das unheimliche Zentrum des Schattentales. Von ihr ging der kalte feuchte Hauch aus, der die Knochen klamm und die Seele finster machte. Hier schaffte es selbst im Hochsommer kein Sonnenstrahl, dass sich die Fischlein im Grunde spiegeln konnten. Warn ja auch gar keine drin. So hier etwas schwamm, dann trieb einzeln modriges Schilf in den matten Wellen. Relikte, Verweise auf Gorgonenhäupter? „Aber sieh nur,“ freute sich Katharina, „da wächst ein wenig Minze in Buschen und trotzt der Fäulnis.“ Und ging hin, den Pflanzen mit einem blank geschärften Sichelchen zu Leibe zurücken. „Da haben wir den Salat für heute Abend! Und wir kauen ihn zu der Musik des Bierbebens, die uns die Hoffnung nimmt, depressiv und aggressiv macht.“ Und in Gedanken setzte sie hinzu: Einzig, dass sie vielleicht auf ihrer nunmehr dritten Platte auch Franz-Josef Degenhardts klassische Endzeithymne „Hochzeit“ aus den atomtodverängstigten Achtzigern covern, ist als Zeichen einer immer noch zukunftsglaubenden linken Traditionsüberlieferung zu sehen. „Merk dir ganz genau, wo der Polarstern steht, eh der große Bär ihn frisst.“ Für irgendwas musses wohl einen Grund haben. Berge stehen, umhangen von Wiesen, ein Fluss inmitten und nicht nur zur wiederkehrenden Schneeschmelze. Wolken und Nebelschwaden senken sich, Lawinen gehen ab. Aus einem Holzverschlag am Ufer erklingen Synthesizerklänge. Mal Lullaby, mal Pogo. Und hin und wieder hört man dazu eine Frauenstimme „Kunst ist Triebsublimierung - Ficken ist gesünder! Einen schönen guten Morgen!“ abermals rufen. |
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| Künstler: Das Bierbeben http://www.bierbeben.de/ |
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| Album: Das Bierbeben | ||
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| Label: Shitkatapult http://www.shitkatapult.com/ |
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| Vertrieb: mdm | ||
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| Rezept | ||
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| Zutaten | ||
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| 2 Bund frische Minze, z.B. aus dem türkischen Supermarkt oder vom eigenen (auch schattigen) Balkon 1 Frühlingszwiebel 1 Limette 1 Zehe Knoblauch 2 EL Olivenöl 1 EL Chiliöl Zucker, Salz, weißer Pfeffer |
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| Zubereitung | ||
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| Die Minze waschen, von unschönen Blättern oder holzigen Stielen befreien. (Nur im Extremfall komplett rupfen, sonst dürfen die Stiele durchaus dranbleiben und verzehrt werden.) Die Minze in eine Salatschüssel geben. Für die Vinaigrette den Limettensaft mit dem Öl glattrühren, ggf. mit einem Schluck Wasser strecken. Eine gepresste Knoblauchzehe und das fein gehackte Weiße einer Frühlingszwiebel unterziehen. Mit jeweils einer Prise Zucker, Salz und weißem Pfeffer kräftig abschmecken. Die Vinaigrette erst kurz vor dem Verzehr über die Minzblätter geben. Dieses Gericht aus der südchinesischen Provinz Yunnan ist - als Salat vor oder zu anderen Speisen - der absolute Knaller. |
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