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| Berlin Hardcore - Material | |
| Von Stefan Wirner | |
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| (Der folgende Text stammt aus dem Arbeitsmanuskript zu "Berlin Hardcore" von Stefan Wirner. Da er aus technischen Gründen keine Aufnahme in den endgültigen Text der Buchausgabe fand, ist er nun hier zu finden. Er ist bisher unveröffentlicht. Die Basis dieses Textes stellen Sätze aus diversen deutschen Tageszeitungen und vergleichbaren Publikationen dar, der Autor hat nicht in Satzbau und Inhalt der einzelnen Sätze eingegriffen. Seine Leistung liegt allein in der Montage des Satzmaterials.) Berlin-Brandenburg Willkommen in der national befreiten Zone! Eisenhüttenstadt. Nach einem offenbar fremdenfeindlichen Angriff in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) hat die Polizei fünf rechtsgerichtete Jugendliche festgenommen. Acht junge Männer hatten in der Nacht zum Sonnabend auf dem Gelände eines Kulturzentrums randaliert und ausländische Gäste des Ferienlagers "Euro-Camp 2000" angepöbelt. Sie skandierten neonazistische Parolen und verletzten einen Deutschen, der die Ausländer schützen wollte. Wittstock. Ein wild gewordener Kampfhund hat in Wittstock (Brandenburg) mehrere Menschen und Hunde verletzt. Zunächst hatte der Hund in einer Wohnung die 23 Jahre alte Freundin des Hundehalters angegriffen und in den Arm gebissen. Der 27-Jährige schlug auf das Tier ein. Darauf flüchtete der Hund aus der Wohnung und griff anschließend einen anderen Hund und dessen 73 Jahre alten Halter an. Der Mann musste mit einer Bisswunde an der Hand ins Krankenhaus gebracht werden. Danach verletzte der Pitbull einen weiteren Hund schwer. Polizeibeamte spürten das Tier schließlich auf und fuhren es mit dem Streifenwagen an. Ein Tierarzt schläferte den Hund ein. In einem Wald bei Neu Fahrland (Potsdam-Mittelmark) fanden zwei Spaziergänger eine Tasche, in der sich eine Kalaschnikow, ein Magazin mit 25 Patronen und ein vermutlich selbst gebastelter Schalldämpfer befanden. Die Tasche hatten zwei Männer zurückgelassen, die vor den Spaziergängern geflüchtet waren. Diese hatten zuvor Schüsse gehört. Die Spaziergänger verständigten die Polizei. Als die Beamten in dem Wald eintrafen, war der schwarze Jeep verschwunden, von dem die Zeugen berichtet hatten. Nach Polizeiangaben gehört der Jeep einem 34-jährigen Russen, der seine Wohnung in Berlin-Mitte angeblich vor einigen Tagen überstürzt verlassen hat. Guben. Erneut ist in Guben der Gedenkstein für den im vergangenen Jahr von Neonazis zu Tode gehetzten Algerier Omar Ben Noui geschändet worden. Ein Mann hat in der Nacht zu Donnerstag auf den Gedenkstein uriniert und den rechten Arm zum Hitlergruß erhoben. Der 23-jährige Fahrradfahrer war daraufhin von zufällig vorbeifahrenden Polizisten festgenommen worden. Eine Blutentnahme bei dem Festgenommenen habe einen Alkoholwert von 2,02 Promille ergeben. Der Mann habe bei seiner Vernehmung die Tat bestritten. Er sei bereits wieder auf freien Fuß gesetzt worden. In der Nähe des Gedenksteines stellten die Beamten drei weitere Personen fest, die der Polizei unter anderem wegen des Zeigens verfassungswidriger Zeichen bekannt seien. Die Männer hatten aber nichts mit der Schändung des Gedenksteines zu tun. Der Gedenkstein für den 28-jährigen algerischen Asylbewerber war in der Vergangenheit insgesamt schon dreimal geschändet worden. In der Nacht zum 4. März dieses Jahres stahlen Unbekannte die Platte auf dem Gedenkstein. Sie wurde Anfang Mai erneuert, nachdem es in der Neißestadt zu einer heftigen Diskussion um die Inschrift gekommen war. Frankfurt (Oder). Eine 28-jährige Asylbewerberin aus Kenia ist in Frankfurt (Oder) überfallen worden. Der Täter hat sich der Frau von hinten genähert, ihr den Arm um den Hals gelegt und sie gewürgt. Wegen der Gegenwehr des Opfers und von Zeugen hat der Täter von ihr abgelassen und ist geflüchtet. Die Motive des Täters sind noch unklar. Schönfeld. Unbekannte Täter sind in der Nacht zum Donnerstag in das Gebäude einer Firma in Schönfeld (Landkreis Barnim) eingedrungen und haben an die Eingangstür des Betriebes und die Wände mehrerer Räume Hakenkreuze geschmiert Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 1000 Mark geschätzt. Neuruppin. Der Mord an dem 40-jährigen Lutz Röckner aus Neuruppin ist offenbar aufgeklärt. Wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, hat ein 23-jähriger Mann die Tat gestanden. Sven R. und der ebenfalls geständige 26-jährige Mike B. sollen in der Nacht zum 24. Juni den arbeitslosen und alkoholkranken Mann mit einem Stuhlbein erschlagen haben. Die Tatverdächtigen gaben an, bei der Durchsuchung der Wohnung von Röckner nach Geld für einen Diskobesuch von dem 40-Jährigen überrascht worden zu sein und aus Angst vor der Polizei zugeschlagen zu haben. Anschließend stahlen die Männer acht Mark und gingen in eine Disko. Potsdam. Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) hat bei einer Gedenkveranstaltung zum 56. Jahrestag des gescheiterten Hitler-Attentats zum verstärkten Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus aufgerufen. Das Beispiel des 20. Juli zeige, dass man dem Ungeist der Menschenverachtung nicht früh genug entgegen treten könnte, sagte Stolpe bei einer Veranstaltung der Bundeswehr am Mittwoch in der Potsdamer Henning-von-Treskow-Kaserne. Cottbus. Eine 23-jährige Amerikanerin ist im Raum Finsterwalde (Elbe-Elster) von zwei Männern misshandelt und ausgeraubt worden. Wie der Cottbuser Polizeisprecher Bernd Fleischer mitteilte, hatten zwei etwa 40-jährige Männer der Frau am Vortag Handfesseln angelegt, sie gewürgt, geschlagen und mit einem Messer bedroht. Das Opfer habe sich am Dienstagabend bei der Polizei in Finsterwalde gemeldet und Verletzungen an Handgelenken, Hals und Kinn gehabt. Eisenhüttenstadt. Ein Vietnamese ist in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) krankenhausreif geschlagen worden. Wie die Polizei am Montag mitteilte, war eine Gruppe von 14 Vietnamesen aus dem Zentralen Asylbewerberheim des Landes am späten Sonntagabend bei einem Spaziergang durch die Stadt von deutschen Jugendlichen angepöbelt und bedroht worden. Einer der Attackierten wurde brutal zusammengeschlagen. Er musste mit einem Schädelhirntraum in eine Krankenhaus eingeliefert werden. Die anderen Asylbewerber konnten flüchten. Ein 24-jähriger Mann aus Fredersdorf-Vogelsdorf (Märkisch-Oderland) ist am Sonntagabend vor seinem Haus von einem American Staffordshire Terrier angegriffen worden. Bei einer Auseinandersetzung war das Opfer zuvor von einem noch unbekannten Mann, der mit der Hundebesitzerin unterwegs war, ins Gesicht geschlagen worden. Zu dem Streit kam es, weil sich das Opfer in seinem Haus durch die Blicke von außen in seiner Privatsphäre gestört fühlte. Erkner. Für drei Männer endete das Heimatfest in Erkner (Oder-Spree) am vergangenen Wochenende mit Verletzungen. Zunächst wurde am Sonnabendabend ein 16-Jähriger von drei Unbekannten zusammengeschlagen. Er erlitt einen Nasenbeinbruch sowie Hämatome und Schwellungen im Gesicht sowie am Oberkörper und musste stationär behandelt werden. Anschließend attackierten fünf bis sechs Männer einen 29-Jährigen mit Tritten und Schlägen. Als dem Opfer ein 34-jähriger Mann zu Hilfe kommen wollte, wurde auch er zusammengeschlagen. Die Täter konnten vor dem Eintreffen der Polizei flüchten. Neuruppin. Schüler, 16, trank Flasche Wodka - tot. Der Tod eines Neuruppiner Jugendlichen beschäftigt seit Mittwoch die Staatsanwaltschaft in Neuruppin Der 16-jährige Schüler an der Gustav-Kühn-Gesamtschule an der Franz-Mehring-Straße hatte Ende Juni an einer Klassenfahrt nach Ungarn teilgenommen. Bei einer Wette während eines Trinkgelages hatte er vermutlich eine Flasche Wodka auf einmal ausgetrunken. Christian wurde blass. Die anderen bekamen Angst, schleppten ihn in sein Zimmer und legten ihn dort ins Bad. Lehrer fanden ihn am 28. Juni kurz nach Mitternacht auf seinem Zimmer. Als sie merkten, dass irgendetwas mit ihm nicht stimmte, riefen sie einen Arzt. Der Arzt kam wegen Verständigungsschwierigkeiten aber erst in den Morgenstunden. Die Leiche des Jungen ist bereits nach Neuruppin überführt worden und wird jetzt obduziert. Damit soll die genaue Todesursache geklärt werden. War er die Todesursache? Ungarischer Wodka. Neuruppin. Elfrun Z. starb jämmerlich. Die Frau aus Templin (Uckermark) verhungerte und verdurstete Ende Februar auf ihrer Wohnzimmercouch. Vor ihrem Tod hatte die 43-Jährige wochenlang in ihrem eigenen Kot und Urin gelegen. Zum Kühlschrank oder zur Toilette konnte die fußkranke Frau alleine nicht mehr gehen. In ihrem Rücken klaffte eine große, bis zum Knochen reichende Wunde, weil sie zu lange in der selben Position gelegen hatte. Das ist einmalig in der zivilisierten Welt. Detlef Z. gab an, dass er seiner Frau eine ganze zeitlang noch Getränke eingeflößt und sie zur Toilette getragen habe. Warum er dies ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr tat und statt dessen beispielsweise den Gestank in der Wohnung mit Raumspray bekämpfte, konnte er nicht sagen. Auf dem Wohnzimmertisch stand ein Glas mit Wasser und ein Aschenbecher. Der Kühlschrank sei mit Lebensmitteln gefüllt gewesen. Treptow. Nach einer Verfolgungsjagd auf einen 29-jährigen Tunesier sind am späten Freitagabend in Treptow in der Nähe vom Adlergestell 15 Jugendliche festgenommen worden. Sie werden von der Polizei der rechtsextremen Jugendszene Treptows zugerechnet. Die 14 bis 19 Jahren alten jungen Männer sollen den Afrikaner rassistisch beschimpft, ihn mit Steinen beworfen und gejagt haben. Das Opfer war auf dem Weg nach Hause, als die deutschen Jugendlichen ihn attackierten. Eine zufällig vorbeifahrende Polizeistreife konnte dem Tunesier helfen, bevor Schlimmeres geschah. Halberstadt.. Zwei Jugendliche aus der rechtsextremistischen Szene von Halberstadt in Sachsen-Anhalt haben einen jungen Mann niedergestochen und schwer verletzt. Die Tatverdächtigen, die dem Staatsschutz wegen politisch motivierter Straftaten bekannt sind, wurden den Angaben zufolge völlig betrunken mit 2,6 Promille Blutalkohol in einer Gartenlaube vorläufig festgenommen. Auch gegen die 23-jährige Gartenpächterin werde ermittelt. In der Laube fanden die Beamten zwei Fahnen, ein Hakenkreuz, eine Reichskriegsflagge, rund 100 CD und 60 Musikkassetten mit Nazi-Texten sowie Hitler-Bilder. Dramatische Situationen im Bahnhof Böhlen (Sachsen). 30 empörte Skinheads bedrohten den Lokführer des Interregio 2300. Und nur sechs Polizisten, um die Randalierer in Schach zu halten. Die 30 Glatzköpfe wollten zu einem Treffen im örtlichen Jugendklub, sie kamen mit der S-Bahn von Leipzig. Aber drei von ihnen nahmen nicht die Unterführung. Sie wählten den Weg über die Gleise - trotz des deutlich sichtbaren Schildes "Überschreiten für Unbefugte verboten". Der Interregio erfasste Sven S. (19) - sofort tot. Robert K. (21) kann sich mit einem Sprung zur Seite retten, erleidet dabei aber einen Bänderriss. Sofort bedrängen die Skins den Lokführer: "Du Schwein bist schuld an Svens Tod". Als Journalisten berichten wollen - ein Kameramann wird angegriffen. Erst nach drei Stunden beruhigte sich die Lage. Potsdam. Zwei kleine Ausreißerinnen aus Werder/Havel haben in der Nacht zu gestern über 50 Polizisten in Atem gehalten. Die Freundinnen im Alter von neun und 13 Jahren wurden schließlich am frühen Morgen in einer ehemaligen Gärtnerei entdeckt. Dort wollten sie laut Polizei mit ihrem Hund übernachten. Cottbus. Polizeikommissar Björn-Jorres K., Dienstleiter der City-Wache, wurde von den eigenen Kollegen in Gewahrsam genommen. Vorwürfe: Bestechlichkeit, Geheimnisverrat, Förderung der Prostitution. Wittenberg/Rüdersdorf. Ein 24-jähriger Mann aus Nauen hat am Sonntagabend gegen 21.30 Uhr im Zug Eurocity EC 172 Wien-Hamburg auf der Strecke bei Wittenberge (Landkreis Prignitz) einen dunkelhäutigen Reisegast und die Zugbegleiterin mit ausländerfeindlichen Parolen beschimpft. Nach Angaben der Polizei schlug der Mann wenig später dem dunkelhäutigen Mann und einem italienischen Fahrgast ins Gesicht. Gegen Mitternacht nahm die Polizei in Rüdersdorf (Landkreis Märkisch-Oderland) insgesamt 28 Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 20 und 37 Jahren fest. Sie hatten in der Rudolf-Breitscheid-Straße des Ortes ausländerfeindliche Parolen gegrölt und Lieder mit rechtsgerichtetem Inhalt abgespielt. Teltow/Potsdam. Die vier Polizeibeamten, die bei einer ausländerfeindlichen Attacke vor einer Disko in Teltow (Potsdam-Mittelmark) nicht eingeschritten sein sollen, bleiben zunächst im Dienst. Schwerin. Bei einem Brandanschlag auf einen asiatischen Schnellimbiss in Schwerin entstand ein Sachschaden von 10 000 Mark. Mehrere junge Männer mit kahlgeschorenen Köpfen hatten am Morgen um den Fastfood-Stand herum eine brennbare Flüssigkeit ausgegossen und angezündet. Auf der Insel Rügen lieferten sich Rechtsradikale eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Mit einem Trabant ohne Kennzeichen durchbrachen drei Jugendliche eine Straßensperre. Als ein Streifenwagen die Flüchtigen überholte, zeigte der Beifahrer den Beamten den Hitlergruß. Anschließend rammten die Amokfahrer das Einsatzfahrzeug. Erst nach dem Unfall konnte die Polizei den PKW stoppen. Bei der Festnahme wiederholte ein 17-Jähriger den Hitlergruß. In Cottbus marschierten zwölf Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren hinter einem PKW, in dem Musik mit rechtsgerichtetem Inhalt gespielt wurde. In Kaltenkirchen griffen fünf Neonazis drei Türken an, in Schwerin beschimpften drei Jugendliche einen Afrikaner als Nutella-Mann und Neger.Schönefeld. Tolerantes Brandenburg. Die Polizei hat am Mittwochmorgen an einer Tankstelle in Schönefeld (Dahme-Spreewald) eine Gruppe ausländischer Personen kontrolliert. Es waren drei Frauen, zwei Männer und ein Kleinkind. Die Erwachsenen hatten keine Papiere und gaben an, aus Afghanistan zu kommen. Sie wurden unter dem Verdacht der illegalen Einreise nach Deutschland vorläufig festgenommen. Die Arbeitsgruppe "Schleuser" der Polizei hat die Ermittlungen übernommen. Man muss verhindern, dass so etwas passiert. Wir wissen aber, dass es keine Sicherheit gibt. Aber unsere Angst zieht die schlimmsten Assoziationen aus unserem Gedächtnis hervor. Wir müssen zur Ruhe kommen, um klar überlegen zu können. Aber wir tun uns offensichtlich schwer damit. Dann schießt einem der Gedanke durch den Kopf: so etwas darf es nicht geben. Noch wissen wir nichts über den Hergang der Tat, geschweige denn über die Täter. Das verstärkt unsere Angst. Wir dürfen ihr nicht nachgeben. Wenn die Tat aufgeklärt ist, werden wir uns wieder beruhigen. |
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