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| Almatastr. | |
| Von Germar Grimsen | |
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| Principl Als Kind : ich hatte nie Zutrauen zu Zähnen. Nie versetzten Kühe und Wiesen mich in auch nur milde Erregung. Nie freute ich mich auf Geburtstage. Auf niemandes. Ferien hab ich weder gebraucht, noch gemocht. Eigentlich waren sie mir ein rechter Greuel. Keinen Einwand hatte ich, vom Affen abzustammen. Auch mit Stanley Millers Versuchsanordnung war ich einverstanden, mich schreckte nicht, daß in einer Methansuppe unter Blitzgabe Aminosäuren entstehen. Nie aber konnte ich finden, daß Mona Lisa lächle. Und wenn ich schon drüber nachdenk : Tuschen war mir scheußlich von Anbeginn — marklos und voll berechtigten Kleinmuts, aber unzulässigen Vertrauens, daß Kunst werde aus der Fließeigenschaft eines newtonschen Fluids. Cowboygeschichten waren mir fad, sämtlich, fachten aber mittelbar meine Flausen an : war ich lieber doch mit allem andren befaßt als mit ihnen. Ein Fehler, die so früh abgetan zu haben ? sollte ich so früh schon so ohne Gespür gewesen sein ? Denn eigentlich doch ein wenigstens teiltreffliches Bild der Existenz : ein Maverick galoppi in Wildwest, wehrhaft in weiter Prärie unterwegs, freie Räume, denen noch niemand ansieht, ob sie noch gar kein Recht haben oder welches Gesetz denn gilt. Und was sich nicht alles gegen das edle Ich verschwört und nach kühnen Gegenschlägen dürstet : der Sioux, die Witterung, die Klapperschlange, der Schakal, der Treibsand, ein Scarface, ein Viehbaron, die beginnende Zentralregierung, allgemeine Erinyen — si non erro, hihihi. Bin ja doch beschlagen, huch. — Ich tat recht. Nie brachte ich eine Waschmaschine in Gang. Nie Klappstühle in Gärten ohne wütende Tritte und daß ich mein Fleisch quetschte zum Zusammenklappen. Wäscheständer desgleichen. Neuere Milchtütenverschlüsse sind mir gleich gar nicht mehr zu öffnen. Aber ich will nicht klagen. Auch trinke ich keine Milch. Ein Fortschritt sind die trotzdem nicht. Bin sehr loyal gegenüber großen Ideen und absurden Details. Wenn ich allerdings einmal eine Ceranfläche säuberte, brachte ich es nach der Grobreinigung zwar zum Status ›schlierenfrei‹, aber nie dahin, den Kleinschmutz über die Einfassung gewischt zu bekommen — immer blieb sichtbar an den Rändern kleben, wie insgesamt inperfekt ich tätig gewesen war. Es soll wohl Menschen geben, die die Allzwecktücher und Putzlumpen, die sie säubernd mit dem Dreck verschmelzen, erfolgreich wieder blitzblank kriegen. Mir war das nie gegeben. Auch leuchtete mir gar nicht ein, den Wischlappen, der sich im unmittelbaren Fronteinsatz befand, als bloßen und regenerierbaren Transporteur von Schmutz zu betrachten : mir war er immer der, der im Dienst sich verzehrte, der, den ich benutzte, bis er mir eklig war und ich ihn, nunmehr ein Klump aus Glitsch und Schwarz, nicht mehr anfassen mochte. Aber : dieselben Menschen, die in dieser Frage anders denken als ich, kaufen hemmungslos Staubsaugertüten. Da bin ich ganz anders. Eine Staubsaugertüte, wenn sie denn voll war, leerte ich stets von Hand und verwendete sie bis ultimo. Oder länger noch. Fenster aber putzte ich nie. |
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