![]() Verbrecher Verlag |
|
| Startseite |
|
| Verlagsprogramm (mit Bestellfunktion) Belletristik Sachbuch/Politik Stadtbücher Kunst/Comic Schnäppchen Vorschau/Vorbestellen T-Shirts CD / DVD Warenkorb |
|
| vergriffene Titel |
|
| Verbrecherversammlungen |
|
| Lesungen |
|
| Textarchiv |
|
| AutorInnen |
|
| Newsletter |
|
| Tafelmuzak |
|
| Links |
|
| Kontakt |
|
| Das aktuelle Programm zum Download |
|
| Neues von der Front | |
| Von Stefan Wirner | |
| |
|
| Am 24. 03. 1999 begann das NATO-Bombardement des Kosovo) Bundeswehrgeneral Fritz von Korff ist ohne Zweifel ein deutscher Held. Er führte 1999 als Kommandeur der Einsatzbrigade Kosovo die Bundeswehr in ihren ersten Krieg seit 1945. Im März 1999 hatte er das Kommando über die Kosovo Verification Force in Mazedonien übernommen. Am 12. Juni marschierte er dann mit seiner Panzerbrigade 12 in Jugoslawien ein. Und schon am 13. Juni wurde er weltweit bekannt. Denn seine Leute mußten in Prizren gleich mal zwei Menschen erschießen. Sie erinnern sich? Es waren Serben, die mit ihrem Kleinwagen die Nato angreifen wollten. "Tragisch" sei das gewesen, aber "richtig und notwendig", meinte Korff kürzlich im bayerischen Amberg, wo er stationiert ist, wenn er im Protektorat abkömmlich ist. Dabei hatten die Fernsehbilder damals eher den Eindruck erweckt, daß man die verwundeten Feinde mehr oder weniger am Tatort hatte verbluten lassen. Es waren Journalisten gewesen, die sich als erste um die Verletzten kümmerten. Die deutschen Soldaten polierten inzwischen wahrscheinlich ihre Springerstiefel. An der Schilderung des Geschehens hatte nicht mal das Fabrikat des Wagens gestimmt: Sprach die Bundeswehr von einem Lada, von dem aus die Serben die Nato angegriffen hätten, war auf den Bildern zu sehen, daß es sich um einen Polski Fiat gehandelt hatte. Aber darauf kommt es Korff nun wirklich nicht an. Von seinem Heimatstandort aus tönt er: "Wenn man dem überhaupt etwas Gutes abgewinnen kann, dann sicher die klare Botschaft an alle Menschen, die dort gelebt haben, daß deutsche Soldaten, wenn sie gezwungen werden zu handeln, auch handeln. Und zwar erfolgreich." Unsere Jungs "haben das einfach klasse gemacht", meint Korff, und dann erzählt der gebürtige Danziger ein bißchen von der Front, von den "Racheakten" der Albaner an den Serben, und davon, daß in der Altstadt von Prizren Nacht für Nacht die serbischen Häuser brannten. Da war sogar Unmut bei seiner Truppe aufgekommen und die Forderung nach einem härteren Durchgreifen laut geworden. "Aber gegen wen?" fragt Korff und erklärt sogleich: "Es war unmöglich, um jedes Haus vier Soldaten zu postieren. Der Soldat, der durch die Stadt patrouilliert, erlebt diese Ohnmacht". Drei Stechschritte vorher noch erfolgreich gehandelt und dann plötzlich völlig ohnmächtig: Zur Ausbildung eines Bundeswehrgenerals gehören offensichtlich auch Kurse in militärischer Dialektik. Und diese Art von Dialektik wird erbarmungslos durchgehalten: Nachdem 200 000 Serben und andere Minderheiten unter den Augen der Kfor-Truppen aus dem Kosovo vertrieben und Hunderte getötet wurden, die UCK-Nachfolgeorganisation UCPMB ihr Unwesen in Südserbien, in der sogenannten "entmilitarisierten Pufferzone", treibt und schon auf mazedonisches Gebiet vorgedrungen ist, fordert Nato-Generalsekretär Robertson beide Volksgruppen - Serben wie Kosovo-Albaner - zur Zurückhaltung auf. So what. Die zwei Extremisten in ihrem gefälschten Lada haben auf jeden Fall keinen Unsinn mehr anstellen können. Dafür gilt den deutschen Helden unser Dank. Und ein kräftiges Vergelt´s Gott geht an General Korff für den aufschlußreichen Rapport. Stefan Wirner (im Februar 2001) |
|