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Wie der Katholizismus in der Schweiz noch einmal gerettet wurde
Von Tom Combo
 
Die erste Einstellung zeigt den Papst. Dann ein Schuss. Der Papst sinkt verletzt zu Boden. Noch ein Schuss, doch ein Schweizer Gardist hat sich auf den Papst geworfen und ihn damit vor dem Tod bewahrt. So beginnt der historische Action-Problemfilm "Schaf Gottes". Weder der Papst noch der Gardist sterben bei dem Attentat. Jedoch muss letzterem die linke Hand amputiert werden. Trotz dem persönlichen Segen des Papstes zerbricht der Gardist Armin Schaf innerlich daran, dass er aus dem Dienst ausscheiden muss. Und daheim in Luzern muss er feststellen, dass sein bester Freund drogensüchtig geworden ist und seine Brieffreundin einen Mobiltelefonhändler als Freund hat. Auch merkt der überzeugte Katholik, dass selbst in der Innerschweiz die Leute ihr Geld lieber Schneeballsystem-Firmen oder französischen Architekten geben als der Kirche. Die Invaliden-Rente reicht gerade für ein kleines Zimmer in einer ausgedienten Gotthardfestung. In einer eindrücklichen Einstellung sehen wir Schaf, wie er auf ein symbolisches Fenster an der Betonwand starrt, hinter dem ein Poster von einer Appenzeller Landschaft hängt. Bei einem Wutausbruch reißt er das Poster herunter. Dahinter kommt ein Geheimgang zum Vorschein. Durch diesen gelangt er in ein riesiges Labor. Auf einem Tisch sieht er geheime Akten und Pläne, mit denen die Schweiz in den Sechzigern eine biologische Vernichtungswaffe bauen wollte. Der Rest ist bestes Aktion-Kino: Armin findet auch die nötigen Bakterien. Er schafft es trotz seines Armstumpfs, die B-Waffe zu bauen und droht damit, sie zu zünden, wenn der Katholizismus nicht augenblicklich wieder zur Nationalreligion erklärt wird. Der Countdown läuft schon, als die Regierung endlich einlenkt. Am Ende sehen wir den Papst, der sanft Armins Armstumpf hält und ihm ein Diplom als Ehrengardist verleiht. Beide lachen glücklich in die Kamera.