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| Black Codes | |
| Von Christian Broecking | |
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| Nach der Sklaverei: Schwarzes Denken, weiße Strategie (aus dem Vorwort) Der Untergrund ist mit 1369 Glühbirnen beleuchtet, der Strom geklaut. Der Protagonist in Ralph Ellisons Jahrhundertroman ?The Invisible Man? haust in einer Kellerwohnung in Harlem. Die Helligkeit, die er zum Leben braucht, organisiert er sich auf seine Weise. Dem unsichtbaren Black Man steht eine sichtbare White Man?s World gegenüber. Der Schwarze als Projektionsfläche für weiße Phantasien, Idiosynkrasien und Vorurteile, nur als Mensch fühlt er sich nicht wahrgenommen. Als Ellisons Roman im März 1952 erschien, schlug die New York Times vor, ihn ?Notes From Underground America? zu nennen. Auf die Frage, wie er Schwarzsein definieren würde, antwortete der afroamerikanische Schriftsteller Ellison: als Amerikanersein. Mit ?The Invisible Man? und einigen Essays, die die grundlegende Bedeutung des Jazz für die amerikanische Kultur definierten, wurde Ellison später zum literarischen Mastermind des Jazzkritikers Stanley Crouch und des Trompeters Wynton Marsalis. Der kanadische Künstler Jeff Wall hat die Schlüsselszene aus dem Vorwort zu ?Invisible Man? nachgestellt und fotografiert, sein Foto mit den 1369 Glühbirnen war auf der documenta 11 zu sehen. Die Helligkeit beschert dem Protagonisten des Romans zwar eine temporäre Selbstgewissheit, den harten Kontrast zur gesellschaftlichen Diskriminierung im wirklichen Leben kann sie aber nicht wegbrennen. ?The Invisible Man? spielt zur Zeit der Segregation, in der literarischen Vorlage hört der Unsichtbare ?What Did I Do, To Be So Black And Blue?? von Louis Armstrong. Gut 30 Jahre später, nach einer kurzen, intensiven ?Black Dada?- Phase, befand der afroamerikanische Dichter Amiri Baraka, damals noch LeRoi Jones, dass er sein ?white western self? töten müsse. Auf der Suche nach der eigenen Stimme, die explizit die Tradition des schwarzen Amerika zum Ausdruck bringt, lernte er, wie der Baraka-Experte William J. Harris in ?Uptown Conversation? (2004) resümiert, die afroamerikanische Umgangssprache in seine Gedichte zu übersetzen. In seiner ?Black Art? war Baraka nun wild und frei, seine Schreie klangen wie Free Jazz, und Scat war im weißen Lyrik-Mainstream ein Fremdwort. Der Pianist Vijay Iyer und der Saxofonist Steve Coleman fanden bei der Transkription von Aussagen des Saxofonisten John Coltrane, die er während der Aufnahmesession zu seinem einflussreichem Stück ?Giant Steps? machte, jüngst heraus, dass er an einer Stelle von ?tellin? them black stories? spricht. Iyer folgert daraus, dass es Coltrane offenbar darum ging, eine musikalische Sprache zu kreieren, die die gesamte Community versteht und berührt. Black Codes, die subtilen Schichtungen sprachlicher und musikalischer Bedeutung, spielen im Leben und Werk der in diesem Buch befragten Menschen eine zentrale Rolle. Triumphierender, lebensbejahender Humor und große Enttäuschung über gesellschaftliche Niederlagen treten zusammen auf. Rassismus ist nach wie vor das Hauptproblem, sagen in diesem Buch einflussreiche Repräsentanten der afroamerikanischen Kunst und Kultur, wenn sie über gemeinsame Grunderfahrungen sprechen. Der poetische Gebrauch von Black Codes wie Slang, Phrasierung und Timing reflektiert die vielschichtige Lebenserfahrung des schwarzen Amerikas, die jedoch, auch Jahre nach der gesetzlichen Aufhebung der Segregation, noch von einer als virulent empfundenen Diskriminierung überschattet und eingeengt wird. ... |
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