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Verbrecherversammlungen
Alle Verbrecherversammlungen finden im "Monarch" statt.
Skalitzerstr. 134. 10999 Berlin
http://www.kottimonarch.de/
Beginn: 20.30 Uhr. Eintrittspreis: 4 € (in der Regel)

Wenn man regelmäßig über die Verbrecherversammlungen informiert werden will, sollte man sich in unseren Newsletter eintragen.

Auch an anderen Orten in Berlin wird gelesen, allerdings nicht unter dem Label „Verbrecherversammlung“.

Die Termine hierfür findet man hier.
 
08.09.2010
Buchvorstellung
Egon Neuhaus
Egon Neuhaus’ autobiographischer Roman: Spinnewipp - vorgestellt von Werner Labisch

„Als ich am 25. Juni 1922 in der westfälischen Fabrikstadt Lüdenscheid das gebrochene Licht in einem Mietshaus erblickte, war's gerade rot auf dem Kalenderblock.“ Der kleine Egon Neuhaus ist ein Sonntagskind. Und sehr dünn, ein „Spinnewipp“, ein Spinnweben. Nach wenigen Jahren geht die Ehe der Eltern in die Brüche, das Kind wird zur Großmutter gegeben. 1933 stirbt die Oma, und der „Spinnewipp“ kommt ins Heim. Dort entdeckt er seinen rebellischen Geist. Er wird bald zur Landarbeit gezwungen, reißt aus, erlebt die ersten sechs Jahre des „Dritten Reichs“ hauptsächlich in Erziehungsanstalten, die zweite Hälfte übersteht er knapp in der Wehrmacht. 1945 gerät er in russische Gefangenschaft, 1947 kehrt er heim. Da er keine Arbeit findet, schlägt er sich als Schmuggler, auf dem Bau und später als „Goldgräber“, als Schrottsammler durch. Er wohnt in Dortmund in einem ehemaligen Luftschutzbunker, von den Bewohnern ironisch „Paradies“ genannt. Nebenher beginnt er zu zeichnen. Nach der Währungsreform schließlich verlässt Neuhaus den Bunker und die Schrottplätze, um in München ein neues Leben zu suchen.
„Spinnewipp“ ist nicht einfach eine Autobiographie, sondern ein eminent komischer, mitunter einen derben Ton pflegender Roman, der das Leben all jener schildert, die bei den Nazis, im Krieg und in der Nachkriegszeit ganz unten waren. Dabei wird nichts beschönigt und nichts verschwiegen. Ein beeindruckendes Stück Literatur, vorgestellt von Werner Labisch.

 


14.09.2010
Lesung
Knud Kohr
Knud Kohr liest "Outtakes"

Nach fünf Jahren, zwei Büchern und drei Anthologiebeiträgen für die Herren Verbrecher geht Knud Kohr mit einem anderen Verlag fremd. Zur Strafe liest er Outtakes aus seinen Manuskripten: Eine Pornogeschichte aus Basel, die den Verlegern nicht gefiel. Ein Abenteuer im Flugzeug über Russland, das Jörg Sundermeier persönlich aus dem Manuskript von "Die enge Welt" rausverschlampte. Offene Worte über Vaters Haartracht. Und noch ganz was anderes.

 


21.09.2010
Buchpremiere
Marc Degens
Unsere Popmoderne - gelesen von Marc Degens

Erfundene Literatur erfreut sich großer Beliebtheit. Von François Rabelais existieren seitenlange Aufzählungen von Phantomwerken, Charles Dickens füllte ein ganzes Regal mit Attrappen erfundener Bücher. Jorge Luis Borges, Sir Arthur Conan Doyle, Joanne K.Rowling und Jonathan Swift zitieren erfundene Werke. „Unsere Popmoderne“ ist einer der originellsten Beiträge zur fiktiven Literatur. Zwei Jahre lang veröffentlichte die FAZ die Kolumne, in der Marc Degens Ausschnitte aus literarischen Büchern der Gegenwart, samt kurzen Erläuterungen zu Autor und Werk präsentierte. Die zitierten Texte waren jedoch allesamt erfunden. Das sorgte in der FAZRedaktion für zahlreiche Anfragen von ratlosen Buchhändlern. Die Sammlung wurde 2005 als Buch veröffentlicht. Seither setzt Marc Degens die Kolumne in der Literaturzeitschrift Volltext fort. Diese Ausgabe von „Unsere Popmoderne“ bietet ein Best-of aus zehn Jahren – mit vielen erstmals in Buchform veröffentlichten Texten.
 


28.09.2010


C. BARTZ: MoDiMiDoFrSaSo-Alltag nervt

Nach mehreren Abenden in Hamburg, z.B. im Kabaretttheater Polittbüro oder in der Roten Flora nun also mit seinem 2. abendfüllenden Programm auch in Berlin. Auf geht’s, alter Bühnenhase! Vieles bleibt unausprobiert, deshalb wieder eine satirische Lesung mit Kurzgeschichten, die quasi das Leben genau so in schöner hätte schreiben können. Die positive Grundhaltung, welche schon der Titel des Programms verrät, wird über 90 Minuten gestreckt. Und am Ende geht jeder mit einem Lächeln nach hause. Ob mitgelacht oder der "Künstler" ausgelacht wurde, ist dann ja auch egal. Hauptsache Spaß. Erneut werden die Themen Frauen im Bad, lustige Pullunder und Homosexualität vermisst, dafür nimmt das populistische Thema "Alkohol und seine Folgen" großen Raum ein. Nach seinem 1. Programm "Ich hasse Kabarett" sowie raren Auftritten in nah und fern, z.B. zum 20jährigen Jubiläum der Besetzung der Roten Flora mit Rainer Trampert und Thomas Ebermann, wird jener Herr Ebermann als Special Guest für einen Kurzauftritt eingepackt, um dann im Monarch kein Feuerwerk der Gags abzubrennen. Trotzdem soll das wohl alles in allem lustig sein.

ichhassekabarett