Wilhelm Voigt

Wilhelm Voigt, geboren 1849 in Tilsit. Mehrere Gefängnisaufenthalte und Gelegenheitsbeschäftigungen bis 1906. Am 16. Oktober 1906 begeht er in der Uniform eines preußischen Hauptmanns und in Begleitung von zehn Soldaten, die ihm allein wegen seiner Uniform gehorchen, einen Überfall auf das Rathaus von Köpenick, bei dem er Geld aus der Stadtkasse "beschlagnahmt", nachdem er den Bürgermeister hat festsetzen lassen. Anschließend verschwindet er, ohne dass ihn jemand verfolgt. Zehn Tage später wird er verhaftet. Er wird als "Hauptmann von Köpenick" berühmt, seine Verurteilung zu vier Jahren Zuchthaus schmälert seinen Ruhm kaum. Er wird 1908 auf "höchstkaiserlichen Befehl" begnadigt, und tritt bereits vier Tage nach seiner Haftentlassung als "Hauptmann von Köpenick" in einem Panoptikum auf. Umgehend werden ihm diese Auftritte untersagt. Voigt tourt daraufhin unter anderem durch die USA und England, Geld verdient er mit seiner Autobiografie "Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde" und mit dem Verkauf von Postkarten. Dadurch kann er sich ein Haus in Luxemburg leisten, er nimmt auch die luxemburgische Staatsbürgerschaft an. Nach dem Ersten Weltkrieg verarmt er wieder. Er stirbt 1922 in Luxemburg.

Im Verbrecher Verlag erschienen:

Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde