Nazis können nicht lieben. Drei Filme aus Deutschland

Nazis können nicht lieben. Drei Filme aus Deutschland

Wolfgang Jacobsen
Filit Band 18, Broschur, 160 Seiten
Preis: 16,00 €
ISBN: 9783957324313


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Herausgegeben von der Deutschen Kinemathek.

Filit wurde begründet von Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen


 

Was hat der hinduistische Gott Shiva mit dem nationalsozialistischen Strafrecht zu tun? Was ein Bild von Giovanni Segantini mit den von den Nazis gerechtfertigten »Euthanasie«-Morden? Was verbindet Joseph Haydns Oratorium »Die Schöpfung« mit dem »totalen Krieg«? Eigentlich nichts! Und doch wurden Gottheit, Maler und Komponist von NS-Autoren vereinnahmt für ihr filmisches Musterbuch der bösen Möglichkeiten, aus dem mörderische Wirklichkeit wucherte. Drei Seiten aus diesem Buch schlägt der Autor auf – jene zu den Filmen »Ich klage an« (Wolfgang Liebeneiner, 1941), »Alarm« (Herbert B. Fredersdorf, 1941) und »Die Degenhardts« (Werner Klingler, 1944). Seine Passage durch diese Zeitdokumente ist der Versuch, ihre Verwendungsweisen und inneren Beziehungen zur deutschen Mentalität des Nationalsozialismus ästhetisch darzustellen und politisch zu bewerten. Er begibt sich auf die Spur jener szenischen Einfälle, Mikrogeschichten gleich, die jenseits der offen schäumenden Demagogie NS-Ideologie unbemerkt ins Publikum spritzten. Jeder dieser Filme enthält eine Symbolik des ursprünglichen Bildes, in dem die Botschaft des Ganzen einer Szene wie einem Bild-Abstract innewohnen kann.

 

 

Jacobsen geht bei seiner Untersuchung assoziativ vor, ohne dabei beliebig zu werden, lässt sich von seinem Material leiten, beschreibt längere Sequenzen, erläutert Produktionszusammenhänge und zieht realpolitische Diskurse hinzu.

Radek Krolczyk / neues deutschland

 

Das Detail ist das Beiseite-Erzählen, diese unauffällige Propaganda, die es in diesen Filmen gibt.

Wolfgang Jacobsen im Interview im WDR 5 Scala

 

Mit welchen Mitteln diese „Mikrogeschichten“ und „NS-Selfies“ erzählt wurden, das erfährt man entlang einer Fülle erhellender Abschweifungen und kulturhistorischer Verweise.

Alexandra Wach / FilmDienst

 

So bietet "Nazis können nicht lieben" in der Verknüpfung dieser vielfältigen Quellen mit den Filmbeschreibungen nicht nur einen bestechenden Einblick in die ebenso perfekten wie perfiden propagandistischen Strategien des Kinos der NS-Zeit, sondern deckt auch das Verbrecherische und Unmenschliche dieses Regimes auf.

Walter Gasperi / film-netz.com