Konformistische Rebellen. Zur Aktualität des autoritären Charakters

Konformistische Rebellen. Zur Aktualität des autoritären Charakters

Andreas Stahl / Katrin Henkelmann / Christian Jäckel / Niklas Wünsch / Benedikt Zopes (Hg.)
Broschur, 424 Seiten
Preis: 24,00 €
ISBN: 9783957324337


In den Warenkorb »

Zahlreiche Zeitdiagnosen kreisen um den gemeinhin unerwarteten Aufstieg autoritärer Parteien und Bewegungen, der gegenwärtig weltweit zu beobachten ist. Knüpft man indes an die Erkenntnisse der frühen Frankfurter Schule zum autoritären Charakter an, so überrascht die Attraktivität der neuen »falschen Propheten« keineswegs. In rund 20 Aufsätzen diskutieren die Autorinnen und Autoren dieses Sammelbandes das Erklärungspotenzial einer psychoanalytisch informierten kritischen Theorie des Autoritarismus angesichts veränderter gesellschaftlicher Bedingungen.

 

 

Mit Beiträgen von Jens Benicke, Simon Dämgen, Ingo Elbe, en arrêt! Berlin, Jan Gerber, Maurits Heumann, Christine Kirchhoff, Moritz Liewerscheidt, Miriam Mettler, Björn Milbradt, Oliver Nachtwey, Klaus Ottomeyer, Enrico Pfau, Ljiljana Radonic, Lars Rensmann, Samuel Salzborn, Michael Schüßler, Peter Schulz, Karin Stögner, Tom Uhlig, Jan Weyand und Sebastian Winter.

 

Umweltschützer, Linker, Kosmopolit – und Gegner der Demokratie: Heutzutage sind manche das alles gleichzeitig. Ein neuer Protesttyp lässt sich beobachten, sagt Oliver Nachtwey. Der Sozialwissenschafter nennt ihn den „regressiven Rebell“.

Oliver Nachtwey im Interview mit Liane von Billerbeck im Deutschlandfunk Kultur

 

Man ist im Kapitalismus auf der einen Seite allein für sich und sein Glück verantwortlich, gleichzeitig hat man aber keine Kontrolle über die eigenen Lebensbedingungen. Das ist eine enorme narzisstische Kränkung.

Katrin Henkelmann im Gespräch im Freitag

 

Das Problem ist: Politikwissenschaftliche Untersuchungen können zwar viel erklären, also beispielsweise, warum zum Zeitpunkt X welche Faktoren möglicherweise einen Aufstieg von bestimmten Parteien begünstigt haben. Oder welche Wählerwanderung es gibt. Aber warum es überhaupt attraktiv ist, autoritäre Parteien zu wählen, das können sie nicht beantworten. Warum wählt eine arbeitslose Person die AfD, obwohl die ein neoliberales Wirtschaftsprogramm vertritt? Das ist eine Frage, bei der die Politikwissenschaft notwendigerweise auf die Soziologie beziehungsweise auf die Psychologie verweisen muss. Der Ansatz der Kritischen Theorie versucht, solch irrationales Verhalten zu verstehen.

Katrin Henkelmann im Gespräch mit Barbara Knopf auf Bayern2

 

Donald Trump ist ein gutes Beispiel für Autoritarismus. Fünf junge Menschen, haben jetzt ein Buch zum Thema Autoritärer Charakter herausgegeben.

Andreas Stahl im Gespräch mit Josepha Zastrow auf Oldenburg Eins

 

Eine nach meiner Einschätzung frische und in gewisser Hinsicht auch erfrischende Erklärung dafür, warum so viele Journalisten "mit Rechten reden" wollen, hält Christine Kirchhoff in der März-Ausgabe von konkret parat (derzeit nicht online). In dem Text, der Ende April in einer längeren Fassung in dem vom Verbrecher Verlag veröffentlichten Band "Konformistische Rebellen. Zur Aktualität des autoritären Charakters" erscheint, erklärt sie dies unter Bezugnahme auf Freud und Adorno, insbesondere auf den von Letzterem so genannten "Gefühls-Befreiungs-Trick".

MDR

 

Insgesamt decken die Aufsätze in »Konformistische Rebellen« ein enormes Spektrum an Themen und Zugängen ab. Positiv fällt auf, dass die Publikationen der Kritischen Theorie zwar immer die zentrale Referenz sind, die Aufsätze des Sammelbandes sich aber nie in einer ideengeschichtliche Exegese des vor siebzig Jahren Veröffentlichten erschöpfen. »Konformistische Rebellen« gelingt es, der Frage nach der Aktualität der Studien zum Autoritären Charakter nachzugehen.

Till Schmidt / Versorgerin

 

Es geht um ein konkretes Problem: Was kann man gegen Antisemitismus und Faschismus tun?

Katrin Henkelmann und Andreas Stahl im Interview mit Ulrich Mathias Gerr vom AStA der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

 

Der autoritäre Charakter ist nicht gänzlich verschwunden. Die Autoren zeichnen seine Transformation genauso nach wie das Weiterwesen oder Absterben bestimmter ihm zugehöriger Dispositionen. Dem vermehrten Übergang in den Sozialtypus des narzisstischen Charakters wird dabei besonders häufig nachgegangen.

Nico Hoppe / Novo. Argumente für den Fortschritt

 

Nur wer Phänomene wie Autoritarismus und Antisemitismus, Faschismus und Populismus oder Rassismus und Sexismus richtig versteht, kann sie auch wirkungsvoll bekämpfen. Der Band soll einen Beitrag zum richtigen Verständnis leisten. Anknüpfend an dieses Verständnis können dann Strategien zur Bekämpfung entwickelt werden. Insofern hängen die adäquate theoretische Erfassung der Phänomene und ihre effektive praktische Bekämpfung untrennbar zusammen.

Andreas Stahl und Niklas Wünsch im Interview mit dem Anzeiger

Ähnliche Titel