20 YRS. Noch lange nicht Geschichte

20 YRS. Noch lange nicht Geschichte

Conne Island (Hg.)
Broschur, 314 Seiten, vergriffen
Preis: 12,00 €
ISBN: 9783940426970


Das Conne Island ist seit zwanzig Jahren ein sozialer Ort für Politik und Kultur. Es ist ein Ort für Musik ohne Genrebegrenzung – Hardcore-, Punk- und Metal-Konzerte gehören ebenso dazu wie Hip-Hop, Techno und Dubstep, aber auch Hamburger Schule und Pop, im engeren wie weiteren Sinne. Gleichzeitig ist das Island ein politisches Zentrum, in dem um Gesellschaftskritik, linke Verortung und die Möglichkeiten von politischer Kultur gerungen wird. Und ebenso gleichzeitig ist es ein sozialer Ort, in dem mit- und gegeneinander diskutiert wird, an dem abgehangen, Bier, Kaffee und Wodka Mate getrunken wird und in dem getanzt wird, ganz ohne kulturelle oder politische Überhöhung.
Das Buch vermittelt den Mythos Conne Island und räumt auch mit ihm auf. Einige der grundlegenden Prinzipien werden erläutert, die Anfänge im DDR-Punk ebenso beschrieben, wie Prognosen zur Entwicklung des Musikbusiness gewagt werden. Es wird erzählt, wie es dazu kommt, dass in dem selben Laden die Skinheadgötter Cock Sparrer, die elektronischen Stars Carl Craig, Mala und Jeff Mills und Hip-Hop-Größen wie De La Soul und MF Doom auftreten. Und Beatsteaks, Tocotronic, Christiane Rösinger, Broilers, Battles und efdemin genauso wie Thomas Ebermann künstlerische Stammgäste sind.
Der Zugang zu diesem Buch ist nicht akademisch, kulturwissenschaftlich und schon gar nicht sozialarbeiterisch. Unterschiedliche Ladengenerationen und Leute verschiedener Szenen kommen zu Wort, seien es FußballerInnen, Punks, Skinheads, HardcorerInnen, Technobooker und -liebhaberInnen, Skater, Kulturniks wie Politniks, FeministInnen, SchreiberInnen und SchrauberInnen, MacherInnen oder MusikerInnen. Manchmal alles in einer Person vereint.
Außerdem Glückwünsche von Roger Miret (Agnostic Front), Bela B (Die Ärzte), Sammy Amara (Broilers), Sara (That fucking Sara), Ron Halinoja (Perkele), Andrew Neufeld (Comeback Kid) und weiteren.

Muss man aber einem solchen Ort zum zwanzigsten Geburtstag gleich ein Denkmal setzen, ein reich bebildertes Buch von fast 300 Seiten Länge? Natürlich muss man das. Denn das Conne Island ist eben nicht irgendein Club in der mitteldeutschen Pampa. Das Conne Island ist eine Legende, ein Mythos von überregionaler Bedeutung.
Martin Becker / WDR 3


Über die Jahre hat sich das Haus in Leipzig-Connewitz, das vor der Umbenennung alle nur den Eiskeller nannten, zu einem, wenn nicht dem wichtigsten autonomen Jugendzentrum mit anspruchsvollem Konzert und Clubbetrieb entwickelt. [...] Wer behauptet, Linke seien generell Spaßbremsen und verstünden nichts von Kultur: dem kann man ab jetzt dieses Buch um die Ohren hauen.
Kito Nedo / DE:BUG

 

„Conne Island 20 YRS“ ist dramaturgisch und optisch durchgestylt – ein Eye-Candy. Spielerische Interviewcollagen folgen Flyersammlungen, eingesammelte Statements zum Laden wechseln sich mit theoretischen Zugängen ab.
Ulf Ayes / Phase 2

Was für ein abwechslungreiches Buch – spannend, interessant, hintergründig, natürlich politisch und gleichzeitig auch traurig – ganz wie der Laden selber.
Dolf Hermannstädter / Trust

Wer sich hier ein- und alles bis zum Ende durchgelesen hat, wird vielleicht sogar die Lust verspüren, Teil dieser diskussionsfreudigen, mitunter elitären, jedoch immer gedankenoffenen Insel zu werden. Und was mehr könnte man von einer Dokumentation verlangen, als daß sie einerseits ihren Gegenstand fassbar machte, andererseits die Neugier darauf nur noch mehr schürte? Eben.
Lars Reyer / Junge Welt