Schäfchen im Trockenen

Schäfchen im Trockenen

Anke Stelling
Hardcover, 272 Seiten
Preis: 22,00 €
ISBN: 9783957323385


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Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019

SWR-Bestenliste Februar 2019

 

Resi hätte wissen können, dass ein Untermietverhältnis unter Freunden nicht die sicherste Wohnform darstellt, denn: Was ist Freundschaft? Die hört bekanntlich beim Geld auf. Die ist im Fall von Resis alter Clique mit den Jahren so brüchig geworden, dass Frank Lust bekommen hat, auszusortieren, alte Mietverträge inklusive. Resi hätte wissen können, dass spätestens mit der Familiengründung der erbfähige Teil der Clique abbiegt Richtung Eigenheim und Abschottung und sie als Aufsteigerkind zusehen muss, wie sie da mithält. Aber Resi wusste’s nicht. Noch in den Achtzigern hieß es, alle Menschen wären gleich und würden durch Tüchtigkeit und Einsicht demnächst auch gerecht zusammenleben. Das Scheitern der Eltern in dieser Hinsicht musste verschleiert werden, also gab’s nur drei Geschichten aus dem Leben ihrer Mutter, steht nicht mehr als ein Satz in deren Tagebuch. Darüber ist Resi reichlich wütend. Und entschlossen, ihre Kinder aufzuklären, ob sie’s wollen oder nicht. Sie erzählt von sich, von früher, von der Verheißung eines alternativen Lebens und der Ankunft im ehelichen und elterlichen Alltag. Und auch davon, wie es ist, Erzählerin zu sein, gegen innere Scham und äußere Anklage zur Protagonistin der eigenen Geschichte zu werden.

  

 

 

 

Diese Suada einer Aufsteigerin ist ein Roman geworden, wie es ihn viel zu selten gibt in der deutschen Gegenwartsliteratur: Wütend, intensiv, ein Schlag in die Magengrube aller naiven Freunde der Mittelklasse, böse, witzig, getragen vom Willen zur soziologischen Genauigkeit.

Jens Bisky / Süddeutsche Zeitung

 

Dass aus „Schäfchen im Trockenen“ mehr geworden ist als eine bitterböse Satire mit treffenden Dialogen, liegt an Anke Stellings Fähigkeit, den Wörtern auf den Grund zu gehen und Situationen in eine unerwartete Richtung zu schubsen. Am Ende zeigt sich sogar ein kleiner Silberstreif am Horizont [...]. Trotzdem ist Anke Stellings „Schäfchen im Trockenen“ eine rundum desillusionierende Lektüre. Und das ist gut so.

Julia Schröder / Deutschlandfunk


In Anke Stellings Roman einer Aufsteigerin werden die starken Affekte – Wut, Zorn, Stolz – literarisch produktiv. Im Rückblick auf verlorene Illusionen entsteht eine verstörend uneindeutige, scharf belichtete Momentaufnahme der Gegenwart.

Jurybegründung zur Nominierung zum Preis der Leipziger Buchmesse

 

Alltagsprosa, wütend, witzig, wunderbar erzählt.

Marcela Drumm / WDR

 

Mit präziser Wut schreibt Anke Stelling über die tiefen Gräben in unserer Gesellschaft und darüber, dass immer weniger Menschen darüber entscheiden, wer zu Wort kommt und wer nicht.

Susanne Messmer / taz

 

Ob Anke Stelling sich eine gelbe Weste anziehen würde? Eher nicht, dafür ist sie zu subtil, zu scharfsinnig. Aber Wut spricht dennoch aus diesem Buch. Es ist die Wut über diejenigen, die denen da unten zurufen, dass doch jeder seines Glückes Schmied sei.

SWR Bestenliste im Februar 2019

 

Es ist eine leise, böse Wut, mit der Anke Stelling diesem Soziotop zu Leibe rückt. Sie ist keine Gelbweste, sie brüllt nicht, sie macht nichts kaputt, sie sieht nur gnadenlos genau hin. [...] Die Herkunft bestimmt die Zukunft. Das ist keine angenehme Erkenntnis, und Anke Stellings Buch ist keine angenehme Lektüre, aber man verschlingt dieses Buch.

Susanne Lenz / Frankfurter Rundschau

 

Anke Stellings Schäfchen im Trockenen ist ein soziologisches Bravourstück, wie es vor allem die Franzosen beherrschen. [...] Grandios.

Katharina Schmitz / Der Freitag

 

Was Sprache anrichtet und wie sie Menschen zurichtet. Darum vor allem geht es in Stellings Roman, und das macht ihn unwägbar, ständig kippend und rasend spannend. Fast jeder Absatz eine Klippe, fast jede dahin gesagte Redewendung eine semantische Bombe, die oft erst viele Seiten - oder Generationen - später platzt. 

Cosima Lutz / Berliner Morgenpost

 

Beim Wohn-Vergleich wird klar: Jetzt kaufen die, die geerbt haben eine Eigentumswohnung und bleiben in den angesagten Vierteln der Stadt. Die Anderen, auch viele Ossis, sollen doch sehen, wo sie bleiben. Stelling beobachtet und seziert die sie umgebende Welt.

ZDF aspekte

 

Das Nachdenken über soziale Privilegien ist ziemlich aus der Mode - dieser Roman liefert einige Argumente, das zu ändern. 

Sabine Rohlf / Missy Magazine

 

Das Buch ist stark, weil es in einem offensiv-melancholischen Stil verfasst ist. „Vielen wird es im Verlauf der nächsten Jahre genauso gehen“, steht in dem Roman. Keine Drohung, eine Erkenntnis. Ein radikaler Erkenntnisroman, soziologisch genau und hart.

Roland Mischke / WAZ am Sonntag

 

Die Erzählerin [...] spricht von großen Hoffnungen auf ein neues, unkonventionelles Leben und den Ernüchterungen im Familieneinerlei. Sehr lesenswert!

NDR - Longlist für den besten Roman 2018

 

Stelling, die in ihrem Roman „Bodentiefe Fenster“ eine grandios zynische Soziologie der Baugemeinschaft schrieb, geht in ihrem neuen Roman noch ein Stück weiter und rechnet [...] mit ihrer Generation ab, die alles hat und doch nichts ist.

Thomas Hummitzsch / tip Berlin

 

Präzise und mit klarem Blick für die feinen Distinktionsmerkmale (der Fjällräven-Rucksack!) zeigt sie, wie schnell das egalitäre Selbstverständnis der neuen Bürger an seine Grenzen gelangt, wenn sich zwischen symbolischem und realem Kapital eine Kluft auftut, und welche Rolle die Kunst in solchen Verhältnissen spielen kann.

Anja Kertz / konkret

 

Anke Stelling hält ihrer Generation den Spiegel vor, wenn sie die Ungleichheit in der Welt im Mikrokosmos des ehemaligen Berliner Szeneviertels in den Mittelpunkt ihres Romans stellt.

Anke Stelling zu Gast im hr2-kulturcafé

 

Für mich und Resi ist Schreiben Zugriff auf Welt, sich klar werden, Erkenntnisgewinn, über das, was passiert, was man selber fühlt, auch wie die anderen einem begegnen, was man selbst für eine Rolle darin spielt, also auch ordnen. Und dann übers Erzählen etwas rauszufinden, was sich auch tatsächlich nur übers Erzählen herausfinden lässt, indem man es durchspielt mithilfe von Figuren.

Anke Stelling im Gespräch mit dem Deutschlandfunk Kultur


Es braucht einen klaren Kopf, um Wut literarisch überzeugend gestalten zu können. Offenbar hat die Autorin Anke Stelling einen sehr klaren Kopf.

Dirk Knipphals / taz 

 

Dieser Roman, so leicht er sich liest, kann einem, auch wenn er im Osten der Republik aufgewachsen ist, durchaus im Magen liegen. Oder aus dem Herzen sprechen. Gut so.

Andreas Montag / Mitteldeutsche Zeitung

 

Resi merkt vor allem, wie wenig sie bisher, all die Jahre hindurch, über Geld und die damit verbundene Macht oder Ohnmacht nachgedacht hat. Und fragt sich, woran das wohl gelegen hat – Arroganz? Alternativer Lebensentwurf? Abwehr?

Anke Stelling im Interview in der poetin

 

Der Autorin [...] gelingt ein schonungsloser und kluger Blick auf das Eltern-Sein in der heutigen Zeit.

Birgit König / ekz.bibliotheksservice

 

Es ist wohl der bitterste und schärfste Roman, der über unsere neu-deutsche Wirklichkeit seit langem geschireben wurde.

Leipziger Internet Zeitung

 

Das Buch funktioniert auf verschiedensten Ebenen, hat viel zu erzählen und trägt auch viel Hoffnung in sich. Es gelingt immer wieder, den Witz und die Absurdität im alltäglichen Chaos zu finden und pointiert darzustellen.

F.E.B.M.E. Kupferschmied / Book Gazette 

 

[...] großartig geschrieben und mit seiner Handlung so nah am Leben dran, wie man es selten findet [...]

Susanne Becker / Lobe den Tag

 

Ein grandioses Buch über Berliner Verhältnisse

Buchhändler Thomas Mahr in der Südwestpresse

 

Niemand schreibt so wunderbar zerrissen über den Wahnsinn des Familienlebens und im Freundeskreis wie Anke Stelling.

Jörg Petzold / Flux.FM

 

Wir haben es also mit einem Desillusionsroman zu tun, einem außerordentlich gut geschriebenen zudem, der Analyse mit plastischen, vielfach wohl selbsterlebten und durchlittenen Schilderungen verbindet […] 

Andreas Heckmann / Am Erker

 

Das Buch ist stark, weil es in einem offensiv-melancholischen Stil verfasst ist. „Vielen wird es im Verlauf der nächsten Jahre genauso gehen“, steht in dem Roman. Keine Drohung, eine Erkenntnis.

Roland Mischke / Lübecker Nachrichten


Anke Stelling schreibt herrlich lebensnahe Dialoge, die den kompakten Alltag in seiner ernüchternden Offenbarung zeigen und wirklich mehr als komisch sind.

Karin Hahn / Lesen - Jetzt

Für mich und Resi ist Schreiben Zugriff auf Welt, sich klar werden, Erkenntnisgewinn, über das, was passiert, was man selber fühlt, auch wie die anderen einem begegnen, was man selbst für eine Rolle darin spielt, also auch ordnen. Und dann übers Erzählen etwas rauszufinden, was sich auch tatsächlich nur übers Erzählen herausfinden lässt, indem man es durchspielt mithilfe von Figuren.

Anke Stelling im Gespräch mit dem Deutschlandfunk Kultur

 

Anke Stelling im Gespräch mit den Literaturagenten auf radio eins

 

Anke Stelling im Gespräch mit Manuela Reichert im rbb kulturradio

 

Anke Stelling im Gespräch mit literardio 

 

"Ich halte es nicht für eine Schande, dass man seine Schäfchen ins Trockene bringen will. Ich halte es eher für schwierig, dass man vergisst wie es dazu kam, was vielleicht die Voraussetzungen sind, damit man die da hat."

Anke Stelling im Gespräch mit detektor.fm

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