Inneres Lind

Die Pop-Fusion mit Dominik Dusek und Tom Combo

Gleich zwei Neuerscheinungen gibts an diesem Abend, und zwar die von Tom Combos Cello-Album "Thaw" und jene von Dominik Duseks Pop-Streitschrift "Orgel und Ordnung". Popsongs mit Cello (TC) und Drums (DD) und explizite Texte über Musik und gegen all die unsichtbaren Zwänge, denen wir ausgesetzt sind, kurz: Musik und Spokenword, wärmend, dicht, getrieben und treibend fürs Herz und alle Hirnregionen.  

Alternativer Pop

Zugegeben, das Cello ist nicht gerade das gebräuchlichste Instrument in der Popmusik. Doch der Winterthurer Musiker und Schriftsteller Tom Combo hat nun ein Album aufgenommen mit nichts anderem zwischen den Rillen als Stimme und - eben -  Cello. "Thaw", also "Tau" heisst die Platte, die 12 Songs enthält und beschrieben werden könnte als die Fortsetzung des Pop mit Mitteln des Cello. Oder wie es der Karikaturist und WoZ-Kolumnist Ruedi Widmer in "Pop statt Populismus" ausdrückt: "Der Winterthurer Autor, Punkmusiker, Spoken-Word-Artist, Hörspielschreiber und neuerdings auch Filmregisseur Tom Combo hat eine eigene Ausdrucksweise mit dem Instrument gefunden, die man in der Indiepop-Musik in der Art bis jetzt nicht kannte."

Musikvideo zu "Unspoken" (Thaw) mit Jürg Plüss (Seitentriebe, Bestatter) in der Hauptrolle
https://www.youtube.com/watch?v=0qOnUyIjscU

...und "Inneres Lind" 

 Tom Combos Album "Thaw" ist parallel zu seinem eben erschienen und thematisch verwandten Roman "Inneres Lind" (Verbrecherverlag, Berlin) entstanden, ein Buch über eine Gruppe von Mountainbikern, die im Leben ankommen und nun nicht mehr mit schwierigen Trails sondern mit dem Leben kämpfen. Die Handlung ist global, es wird geliebt, gestritten und gestorben, die Szenerie lokal, die jüngere Entwicklung der zweiten Grossstadt im Kanton inklusive. Tanzdemo trifft auf Downhillbiken, Sauftouren auf Traumaverarbeitung. Weil DD und Tom Combo Produzenten von preisgekrönten Hörspielen sind wird auch die eine oder andere Stelle aus "Inneres Lind" gelesen werden.

Pop als Alternative

 Mit Pop beschäftigte sich der Ex-Wiener Dominik Dusek ausgiebig, und zwar allererstens als Musiker in verschiedenen international operierenden Bands, dann als Autor des kürzlich erschienenen Buches "Er tritt über die Ufer" (Lector Books) und schliesslich als Musikjournalist des Züritipp und als Moderator beim Winterthurer Radio Stadtfilter.
Wie viele von uns dachte auch DD irgendwann, es reicht! Doch unzufrieden zu sein, reicht eben nicht. Seine Reaktion: Einen Verlag gründen um denjenigen eine Plattform zu bieten, die gegen den Irrsinn anschreiben, der uns heute als Freiheit verkauft wird.  "Unzufriedenheit Press" heisst er und die Druckerschwärze des ersten Bandes ist noch feucht: "Orgel und Ordnung, ein Pamphloyd" stammt gleich vom Verleger selbst. Darin beschreibt DD unter anderem, wie schäbig sich eine neoliberale Freiheit gegenüber jener ausnimmt, die in einem einzigen Orgelakkord liegen kann. Und ausserdem ist DD ein begnadeter Pop-Schlagzeuger, wie er an diesem Abend mehrere Male zeigen wird.
Die Süddeutsche bezeichnete den vielseitigen Künstler einmal als "Wiener Andy Warhol" und die WoZ meinte über sein Buch "Er tritt über die Ufer": "Duseks Sprache ist selbst Musik geworden". Der Schweizer Autor Dominic Oppliger ("acht stumpfo züri empfernt") meint schlicht: "Dusek ist der Hammer."

Eintritt frei

Bar ab 18 Uhr offen 

 

05.12.2019 | 20.00 Uhr

Tom Combo

Pop-Fusion

Ort
Park Platz

Wasserwerkstrasse 101
8037 Zürich
Schweiz

www.park-platz.org