„Falsche“ Prinzessinnen und Heiratsschwindler, Fake-„Indianer“ und selbsternannte Hauptmänner – hochgestapelt wird nicht erst, seit es die Sozialen Medien gibt. Doch wie hat sich Hochstapelei historisch entwickelt? Und warum fasziniert sie uns auch heute noch so sehr?
Von der Belle Époque bis zur Gegenwart: Dieser Band erzählt die Geschichte der Hochstapelei als kulturelles und mediales Phänomen. Anhand von 22 Vignetten – mal berühmten, mal längst vergessenen Fällen – zeigt er, wie Betrüger:innen soziale Codes anderer Gruppen erlernten, Identitäten fälschten und sich in fremde Welten einschlichen. Ob der »Gentleman-Gauner« Georges Manolescu, der »falsche Prinz« Harry Domela oder Milli Vanilli, das Sängerduo, das nicht sang – ihre Geschichten sind nicht nur unterhaltsam, sondern verraten auch, wonach sich Menschen zu bestimmten Zeiten sehnen.
Hochstapelei ist damit zugleich mehr als nur Betrug: Sie ist ein Zerrspiegel der Gesellschaft und ein Medienspektakel. Erst durch die Inszenierung vor Gericht, in Zeitungen, Filmen und sozialen Medien werden aus einfachen Betrüger:innen Sehnsuchtsfiguren. Dieser Band verbindet Kultur- und Mediengeschichte und fragt: Warum glauben wir den Hochstapler:innen? Und was sagt das über uns selbst aus?
Mit Beiträgen von Florian Altenhöner, Tobias Becker, Stefanie Coché, Martin Deuerlein, Maria Framke, Paul Franke, Oliver Gaida, Hanno Hochmuth, Michael Homberg, Inga Klein, Till Knobloch, Anett Kollmann, Maximilian Kutzner, Laetitia Lenel, Klara Löffler, Sebastian Rojek, Henning Ruwe, Attila Saadaoui, Wieland Schwanebeck, Olga Sparschuh, Florian Völker, Niklas Weber und Thomas Werneke.
NEU
Hochstapelei. Eine Kulturgeschichte der Täuschung im 20. Jahrhundert
28,00 €
Broschur, ca. 400 Seiten, erscheint September 2026
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