Mit Fotografien der Autorin
„Da stand Mimi Schulz also am Ufer des Lake Mendota und rauchte ihre Zigarette ›down to the filter‹. Die Oberfläche des zugefrorenen Sees lag matt in der Märzsonne. Grau in blau in grau. Einbeinig schüttelte ein Erpel seinen grünglänzenden Kopf.
Eine rotbäuchige Wanderdrossel sang im schwindenden Licht des Tages ein Lied, dessen Töne mit der Sonne zu sinken schienen. Als durchschnitten die wachsenden Schatten jedem Dur den Hals.“
Mimi Schulz, die Protagonistin aus Präkels’ Bestseller-Roman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“, ist immer dabei. Als staunender Geist begleitet sie ihre Autorin auf Lesereisen in ostdeutsche Kleinstädte, nach Griechenland, Italien und ins ferne Minnesota. Andere bleiben unterwegs zurück. Rani, Arash und Sohra zum Beispiel, die nach den Schulferien einfach weg sind, als wären sie nie dagewesen. Oder der Büderich, der es zu weit getrieben hatte, und Lutz, der auf seinem Weg ins „Land der Freiheit“ im Frankfurter Bahnhofsviertel verlorenging. Und dann ist da noch Ingo, ohne dessen gewaltsamen Tod es Mimi Schulz vielleicht nie gegeben hätte. Der sitzt plötzlich wieder mit am Kneipentisch und möchte sein Gesicht zurück. Manja Präkels erzählt von Menschen, die Figuren wurden, und Figuren, die man nicht mehr loswird.

