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Transformationen der Kritik. Literatur und Einwanderungsgesellschaft in Westberlin, 1970–1990

26,00 

Boschur, ca. 500 Seiten, erscheint im November 2026

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Literarische Texte haben wesentlich teil am Streit für das öffentliche Selbstverständnis der Bundesrepublik als einer Einwanderungsgesellschaft. Gleichzeitig reflektieren sie die historischen Transformationen der Gesellschaftskritik, nicht zuletzt in ihrer Arbeit an der Form. Anhand von Texten von Aras Ören, Libuše Moníková und May Ayim verfolgt die Studie diesen vielstimmigen und ungeraden Prozess der Transformationen der Kritik in der Bundesrepublik der 70er und 80er Jahre. Sie führt durch eine besondere Konstellation, den Westberliner Streitzusammenhang, und dessen Taschenbuch-, Zeitschriften- und Verlagslandschaft: Aras Örens »Was will Niyazi in der Naunynstraße« erscheint 1973 im Streit um die kollektive Verlagsarbeit bei Wagenbach und Rotbuch und verhandelt den in der Neuen Linken zunehmend umstrittenen Stellenwert industrieller Arbeit. Libuše Moníkovás »Pavane für eine verstorbene Infantin« ist 1983 Teil der scharfen Auseinandersetzungen um die Ausrichtung feministischer Kritik und den Stellenwert von Theorie, die in der Zeitschrift Die Schwarze Botin geführt werden. Und um 1990 üben May Ayims Gedichte und Essays in den Zeitschriften afro look und Afrekete sowie den Publikationen des Orlanda Frauenverlags eine Kritik an Rassismus und »deutscher Zugehörigkeit«, die auch auf das Selbstverständnis der alternativen Öffentlichkeit Westberlins zielt.