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Yuropa. Jugoslawisches Erbe und Zukunftsstrategien in postjugoslawischen Gesellschaften

21,00 

Broschur, 256 Seiten

Aus dem Serbokroatischen übersetzt von Aleksandra Bajazetov
Auch als E-Book in allen einschlägigen Stores erhältlich (Epub / Mobipocket für 15,99 €).

Das ehemalige Jugoslawien gehört bei vielen Bürgerinnen und Bürgern seiner Nachfolgestaaten nicht mehr zu ihrer eigenen biografischen Erfahrung. Dennoch füllen die Abhandlungen darüber eine ganze Bibliothek. Woher rührt das große Interesse an diesem untergegangenen Staat? Dieser Frage geht Tanja Petrović in ihrem Buch „Yuropa“ nach.
Im ersten Teil behandelt sie die Vorstellungen vom ehemaligen Jugoslawien, die von EU-Politikern und in den postjugoslawischen Staaten selbst artikuliert werden. So wird etwa der Terminus „Westbalkan“ am ehesten negativ definiert: Er bezieht sich auf die Staaten, die (noch) nicht zur EU gehören. Auch innerhalb des postjugoslawischen Raums gibt es ein Arroganzgefälle von Nordwest nach Südost: Genau so gönnerhaft wie sich etwa Österreich gegenüber Slowenien verhält, verhält sich Slowenien gegenüber Kroatien und Kroatien gegenüber Serbien. Hier spiegelt sich die Auffassung wider, der Balkan sei eine ewige Peripherie, die es zu zivilisieren gelte.
Im zweiten Teil werden die Verleugnungsmechanismen, die sich die postjugoslawischen Staaten angeeignet haben, aufgezeigt. Die sozialistische Vergangenheit Jugoslawiens wird nicht nur von den EU-Politikern ignoriert – ihre positiven Seiten werden auch von den postjugoslawischen politischen Eliten in Abrede gestellt.
Mit „Yuropa“ hat Tanja Petrović ein Buch verfasst, das die aktuell vorherrschenden Spannungen in und zwischen den Nachfolgestaaten Jugoslawiens erklärt. Zugleich macht sie nachvollziehbar, warum beispielsweise junge Leute, die die Herrschaft Titos nicht mehr selbst erlebt haben, Chöre gründen, die sozialistische Arbeiterlieder singen.

Inhalt

Vorwort zur deutschen Ausgabe
Einleitung

Teil 1: Europa

1. Westbalkan: Was verbirgt sich hinter dem Namen?
2. Auf dem Weg nach Europa und doch schon immer in Europa: Metaphern des EU-Beitritts und die politische Imagination in den Staaten des ehemaligen Jugoslawien
3. Sozialismus und Kolonialismus, Jugoslawien und Europa: Das historische Vermächtnis und zeitgenössische europäische Identitäten

Teil 2: Jugoslawien

4. Wie man sich um einen Namen drückt
5. „Die Armierung, die uns verbindet“: Politische Dimensionen der Erinnerung an Jugoslawien
6. „Als wir noch Teil Europas waren“: Darstellungen der Modernität auf den Trümmern des sozialistischen Jugoslawien

Post Scriptum

Jugoslawien im heutigen Europa denken …
… und Europa durch die jugoslawische Erfahrung denken

Anmerkungen
Bibliografie
Bildnachweis

Tanja Petrović, eine 1984 in Jagodina (Jugoslawien) geborene und heute in Ljubljana lehrende Kulturwissenschaftlerin, zeigt, wie sinnvoll es sein kann, Europa durch die jugoslawische Erfahrung zu denken. […] Mit ihren Memory Studies füllt Petrović überhaupt ein bisschen die Rolle einer Aleida Assmann aus. Eindrücklich beschreibt sie die Metaphern, mit denen postjugoslawische Länder den Europadiskurs heute erfahren.
Marc Reichwein / DIE WELT

Was gelingt, ist die Darstellung des Zusammenhangs von Diskursen innerhalb der EU und von Eliten der postjugoslawischen Staaten und die Verteidigung einer Erinnerung an das sozialistische Jugoslawien und seine Errungenschaften, anstatt diese zu verteufeln und diskursiv die in den 1990er Jahren neu entstandenen Staaten als Fortsetzung von mittelalterlichen Staaten, die zu Europa gehörten, zu präsentieren. Ein lesenswertes (und außerdem handliches) Büchlein, das einen Einblick gibt in das Europabild und die Präsentation der sozialistischen Vergangenheit wie auch das Balkanbild innerhalb der EU in Frage stellt.
Claudia Lichnofsky / ZEITSCHRIFT FÜR BALKANOLOGIE

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