Angelina Maccarone: „Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in“ & Manja Präkels: „Radiorauschen im Sternenpark“- Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
Eine Veranstalung im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2026
Verbrecher zu Gast bei März: Angelina Maccarone & Manja Präkels
Angelina Maccarone: „Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in“
Giuseppina Rigatoni ist Mitte fünfzig, unterrichtet Regie an der Filmuniversität und hofft darauf, endlich selbst wieder einen Kinofilm drehen zu können. Das damit einhergehende Umgarnen von Funktionär*innen und Filmstars, die sie gewinnen muss, damit ihr Filmprojekt realisiert wird, löst zunehmend Widerstände in ihr aus. Nichtsdestotrotz fliegt sie nach London, Paris und Venedig und lächelt auf Filmpartys gegen ihren inneren Impostor-Chor an.
Der plötzliche Tod ihres Vaters, der als einer der ersten so genannten Gastarbeiter nach Deutschland gekommen war, konfrontiert sie nach Jahren der Verdrängung mit ihrer Familien geschichte. Ohne die Sprache zu können, kämpft sie in seinem süditalienischen Bergdorf mit der Bürokratie, während sie weiter hin versucht, ihren Film auf die Beine zu stellen. Zum Glück ist Anouk an ihrer Seite, die Liebe ihres Lebens und ihr Zuhause. Nur warum trifft Anouk sich ständig mit dieser Melanie?
Angelina Maccarones Romandebüt beeindruckt mit seiner leichten und klaren Erzählstimme und dem lakonischen Humor ihrer krisengeschüttelten Heldin Giuseppina, die sich einem Familiengeheimnis stellt und zugleich Einblicke in die vermeintlich so glamouröse Filmwelt gewährt.
Manja Präkels: „Radiorauschen im Sternenpark“
„Da stand Mimi Schulz also am Ufer des Lake Mendota und rauchte ihre Zigarette ›down to the filter‹. Die Oberfläche des zugefrorenen Sees lag matt in der Märzsonne. Grau in blau in grau. Einbeinig schüttelte ein Erpel seinen grünglänzenden Kopf.
Eine rotbäuchige Wanderdrossel sang im schwindenden Licht des Tages ein Lied, dessen Töne mit der Sonne zu sinken schienen. Als durchschnitten die wachsenden Schatten jedem Dur den Hals.“
Mimi Schulz, die Protagonistin aus Präkels’ Bestseller-Roman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“, ist immer dabei. Als staunender Geist begleitet sie ihre Autorin auf Lesereisen in ostdeutsche Kleinstädte, nach Griechenland, Italien und ins ferne Minnesota. Andere bleiben unterwegs zurück. Rani, Arash und Sohra zum Beispiel, die nach den Schulferien einfach weg sind, als wären sie nie dagewesen. Oder der Büderich, der es zu weit getrieben hatte, und Lutz, der auf seinem Weg ins „Land der Freiheit“ im Frankfurter Bahnhofsviertel verlorenging. Und dann ist da noch Ingo, ohne dessen gewaltsamen Tod es Mimi Schulz vielleicht nie gegeben hätte. Der sitzt plötzlich wieder mit am Kneipentisch und möchte sein Gesicht zurück. Manja Präkels erzählt von Menschen, die Figuren wurden, und Figuren, die man nicht mehr loswird.
