Filmscreening und Gespräch mit Franziska Haug, DiasporaOst, Emmi Esefed und Julia Ketelhut- Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
Filmscreening:
GARNELIUS – Julia Ketelhut (Regie, Drehbuch) // DFFB
Karl (17) lebt mit seinem alleinerziehenden Vater Werner (62) in einer engen Wohnung eines Ostberliner Plattenbaus. Sein kleiner Bruder David (8) ist in einer betreuten Wohngruppe untergebracht. Karl fühlt sich überfordert im Kontakt mit seinem Bruder, denn David sucht bei Karl, was Werner als Vater nicht mehr leisten kann. Nach Werners hitzigem Geburtstag geschieht etwas Unerwartetes: Karl legt ein Ei. Mit aller Kraft versucht er das schlüpfende Wesen am Leben zu erhalten.
Talk:
Starke, selbstbewusste Frauen – Wütende, schweigende Männer. Das gegenwärtig herrschende Bild der Geschlechterverhältnisse in DDR und Ostdeutschland ist von solchen Binaritäten geprägt. Welche Zwischentöne gibt in diesem Geschlechterbild des Ostens und wo kommen solche Bilder her?
Geschlechtsspezifische Narrative sind immer an ihre gesellschaftlichen Verhältnisse geknüpft. Im Falle von Ostdeutschland an den Kollaps der DDR: ihre wirtschaftliche wie ideologische Abwicklung in den 1990er und 2000ern, das Ende des utopischen Traums Sozialismus und die kalte Realität des liberalen BRD-Kapitalismus.
In Anschluss an die Filmvorführung von Garnelius wollen wir gemeinsam mit der Filmemacherin Julia Ketelhut (Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin) und der Geschlechterwissenschaftlerin Franziska Haug (Uni Regensburg/DiasporaOst) die Umrisse ostdeutschen Männlichkeiten skizieren und nach den Bedingungen und Verwerfungen fragen, welche Männlichkeiten in Ostdeutschland hervorbrachten und immer noch hervorbringen.
Moderation: Emmi Esefeld
Eine Veranstaltung von DiasporaOst
