6. Juni

Robert Stadlober: „Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seien gut“

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Aegis Café
6. Juni 2024
20:00

Wenn wir einmal nicht grausam sind,
dann meinen wir gleich, wir seien gut

Eine Reise durch die Zeit mit Kurt Tucholsky
Gesungen, gesprochen und gespielt von Robert Stadlober

Es wird alles immer schlimmer, es ist schlimmer als jemals zuvor, solch schlimme Zeiten, das ist ja
kaum noch auszuhalten. So oder so ähnlich tönt es aus allen Ecken und Winkeln. Und schlimm
sind die Zeiten, keine Frage, aber waren sie denn je irgendwann einmal wirklich besser? Ist es
nicht vielmehr so, dass sich der ganze Schlamassel immer und immer wiederholt? In Schnelleren
Kreisen vielleicht, aber grundsätzlich doch immer gleich? Und fehlt uns möglicherweise einfach
nur die weite Perspektive um diese ständig um uns wirbelnden Schlamassel Kreise als solche zu
erkennen um dann möglicherweise ihre Laufbahn endlich einmal zu ändern oder ihr Gekreisel gar
zu unterbrechen? Hier kann oft die Literatur helfen und noch öfter die Musik. In unserem
speziellen Falle Kurt Tucholskys Gedanken zum Zeitenlauf und Melodien die sich Robert
Stadlober aus dem Chaos Gekreisel gefangen hat und über Tucholskys bereits über hundert Jahre
alten Überlegungen legt. Es geht um die Unmöglichkeiten des menschlichen Umgangs. In
Liebesdingen wie in Dingen des Hasses, um die Sinnlosigkeit von Gewalt und die
Hoffnungslosigkeit von Politik die sich über Gewalt zu vermitteln sucht. Es geht um die Sehnsucht
nach einer Art richtigem Leben und um den immerwährenden Kampf der Vielen um ein kleines
Stück vom Ganzen. Und Robert Stadlober singt, spricht und ruft uns ins Gedächtnis, dass sich
eben so viel nicht verändert hat seit Kurt Tucholsky sagte: Wenn wir einmal nicht grausam sind,
dann denken wir gleich wir seinen gut. Bestimmt sind unsere Zeiten nicht wirklich schlimmer, aber
besser sind sie mit Sicherheit auch nicht