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Jeder Ton eine Rettungsstation
Von Christian Broecking
208 Seiten
Broschiert
13,00 € (24,00 SFr) 
 
ISBN : 978-3-935843-85-0
Textprobe : Jeder Ton eine Rettungsstation
In "Jeder Ton eine Rettungsstation" geben afroamerikanische Künstler Auskunft darüber, wie sie ihre Musik unter gesellschaftlich und ästhetisch widrigen Umständen durchgesetzt haben. Ob nun Sam Rivers` RivBea Studio, Sun Ras Arche, The Revolutionary Ensemble, die AACM, Fred Andersons Velvet Lounge oder William Parkers Vision Festival: Mag sein, dass das Publikum überschaubar blieb, die Kunst klingt radikal und kompromisslos. Christian Broecking hat für sein neues Buch Gespräche mit afroamerikanischen Künstlern geführt - sie berichten, wie sie es schafften, die jüngere Kulturgeschichte zu revolutionieren. Und auch wenn sich bei manchen ein Schleier aus Enttäuschung und Bitterkeit über die Erfolgsbilanz ihres Künstlerlebens gelegt hat - dass sie mit ihren Erfindungen Leben gerettet haben, steht außer Frage. "Wer diese Musik braucht, findet den Weg", sagt William Parker. Es geht um heilige, heilende Musik: Jeder Ton eine Rettungsstation. Interviews mit David Murray, Butch Morris, Billy Bang, Roscoe Mitchell, Craig Taborn, George Lewis, Fred Anderson, Mwata Bowden, Nicole Mitchell, Dewey Redman, Randy Weston, Yusef Lateef, Howard Johnson, Leroy Jenkins, Sirone Jones, Tyshawn Sorey, Vijay Iyer, Wadada Leo Smith, Marshall Allen/James Jacson, Sam Rivers, David S. Ware, William Parker. Dieses Buch schließt die mit dem Buch "Respekt" begonnene Interviewtrilogie von Christian Broecking ab. Als zweiter Band erschien 2004: "Black Codes".
 
Pressestimmen :
22 Protagonisten des afroamerikanischen Jazz geben in Christian Broeckings neuem Buch Auskunft über ihre Musik und ihr Leben: darunter David S. Ware und Butch Morris, Billy Bang, Fred Anderson und Nicole Mitchell. Sie alle sind Kinder des Free Jazz der 60er, der "Oktoberrevolution" in der improvisierten Musik. Deren Radikalität und politische Unversöhnlichkeit wurde von Jüngeren oft als Sackgasse abgetan - dabei ging es hier wie in aller wahrhaften Musik, darin ist Broecking sich mit den Gesprächspartnern einig, um nichts weniger als darum, "Leben zu retten".
Berliner Zeitung

So verschieden die Künstler, ihre Persönlichkeiten, aber auch ihre Fähigkeiten sind, was sie eint, ist ihr unbedingtes Künstler-sein-Wollen. Das ist denn auch das große Verdienst dieses dritten Interview-Bandes. Handelten "Respekt!" und "Black Codes" von den Widerstandsformen afroamerikanischer Kultur, so zeigen die Interviews in "Jeder Ton eine Rettungsstation", dass es um mehr geht. Nicht mehr allein die afroamerikanische Kultur steht zur Debatte, sondern darüber hinaus das Verhältnis, das eine Gesellschaft generell zu ihren Künstlern hat, seien diese schwarz, weiß, gelb oder purpurn. Pflegt sie sie, richtet sie sie zugrunde oder sind sie ihr gleichgültig? So oder so, wenn jeder Ton als eine Rettungsstation gehört und gespielt wird, dann erzählen Broeckings Interviews von einem Überlebenskampf der Künstler in der amerikanischen Gesellschaft, der sich hierzulande jeglicher Vorstellungskraft entzieht. Und genau das macht dieses Buch so wertvoll: Es eröffnet einen Blick in eine andere Welt, in der es beim Musikmachen tatsächlich um eine Überlebensfrage geht!
Harald Justin / Jazzthetik