Alfred Edel war ein unvergleichlicher Schauspieler. Er spielte unter anderem in Filmen von Herbert Achternbusch, Monika Treut, Christoph Schlingensief, Alexander Kluge, stand auf der Theaterbühne, war ein Frankfurter Original und ist in nicht wenigen Publikationen aus dem Kreis der "Neuen Frankfurter Schule" eine wichtige Figur. Mit diesem Buch soll an ihn erinnert werden.
Beiträge von Rainer Friedrichsen, Eva Demski, Gisela Geier und Ronny Loewy, Bernd Pfarr, Simone Borowiak, Arend Agthe, Volker Kühn, René Perraudin, Norbert Schliewe, Monika Treut, Ulrich Mannes, Richard Siebenbürger, Thomas Brandlmeier, Alfred Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen, Alexander Kluge, Christian Schulte, Wolf Peter Fahrenberg, Ralph Eue, Rainer Knepperges, Dietrich Kuhlbrodt, Günter Krenn, Bernd Eilert, Peter W. Jansen, Jörg Becker, Heike Klapdor, Robert Gernhardt, Emmy und von Alfred Edel.
Das Buch ist eine Publikation des Filmmuseums Berlin.
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Es sind schon mehr als elf Jahre seit seinem Tod vergangen - und doch ist Alfred Edel noch immer bei vielen Frankfurtern präsent, in der Stadt, in der er gelebt und studiert hat. (...) Edel war aber auch ein begnadeter Satiriker, dem die "Neue Frankfurter Schule" viel zu verdanken hat. Er wusste wohl und hat es gern öffentlich wiederholt: "Der Sündenbock ist kein Herdentier". An den Flaneur, der gerne über die Fressgass spazierte, erinnern Freunde und Fremde jetzt in einem kleinen Band mit dem schlichten Titel "Das Edelbuch". Die Frankfurter Schriftstellerin Eva Demski kommt da ebenso zu Wort wie der kürzlich verstorbene Cartoonist Bernd Pfarr, die Regisseurin Monika Treut, der Schriftsteller und Filmemacher Alexander Kluge, der Zeichner und Schriftsteller Robert Gernhardt und viele mehr.
Frankfurter Rundschau
Mit ihrem Sammelband setzen die Herausgeber diesem Original der deutschen Nachkriegskultur ein Denkmal. Edel war kein Schauspieler, sondern Darsteller "staatstragende(r) Mannsbilder und absonderliche(r) Käuze" (Monika Treut), ein "Frankfurter Original", das sich im Umfeld der "Neuen Frankfurter Schule" (Henscheid, Gernhardt, "Titanic") bewegte, ein geschäftiger Werbetexter, "Apfelweintester", "eine Verbindung von radikaler Erkenntnis, utopisch strukturiertem Maoismus und gemütlicher Moral" (Henscheid). Fast hört man die Herausgeber stöhnen, wenn sie schreiben: "Alfred Edel war vieles in einem, dabei immer gegensätzlich. Und das auch noch nebeneinander, parallel, gleichzeitig - und überhaupt." Um dann von seiner Präsenz zu schwärmen und damit das Geistige zu meinen. Immerhin haben sie das Ungreifbare Alfred Edels in ein Buch mit Flair transformiert, das zwar kein Bild des Geehrten liefert, aber zahlreiche Anekdoten, Erinnerungen, Heraufbeschwörungen des "schlechtesten Filmschauspielers der Welt" (Günter Krenn). Dabei finden sich Sätze wie: "Edel ignoriert zunächst den Regisseur, der bald erkennen muss: mit diesem Akteur wird jedes Szenarium zum ,worst case scenario' ". Oder: "Wenn die Araber gleichsam die Spanier des Orients sind, so sind die Perser die Franzosen von Asien." Manche Autoren haben sich von ihren Erinnerungen an Edel mitreißen lassen und ihre Texte süffig "veredelt". Das Buch selbst, mit viel Liebe zum Detail und in den Details, beginnt mit dem Ende und endet mit dem Aufbruch in Schwabing: "Und da lief einmal ein Film kann ich mich erinnern ,Außer Atem` von einem gewissen Godard. Und die Stimmung in Schwabing war die: Was die französischen Wichtelgehirne können, können wir auch. Und daraufhin wurde wieder Bieder getrunken und in der Kneipe zu ,Revolution' die Lebenschancen verspielt."
Ulrich Kriest/Film-Dienst
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